Der Naturspielplatz auf dem Hungerberg bietet mit einer Rutsche, Schaukeln, Sandflächen und mehr viel Platz zum Toben. Foto: Werner Kuhnle

Auf dem Eichhörnchenweg wartet alle 250 Meter ein neues Erlebnis: drei Spielplätze, ein Trimm-dich-Pfad, Picknickplätze sowie eine Sonnenuhr aus Sandsteinen und Schiffe auf dem Neckar. Susanne Zabel-Lehrkamp von „Ludwigsburg mit Kind“ hat ihn erdacht.

„In Ludwigsburg gibt es wirklich mehr als nur das Blühende Barock zu entdecken“, so Susanne Zabel-Lehrkamp. Den Eichhörnchenweg hat sich die Mutter von zwei Kindern sogar selbst ausgedacht und benannt. Eine detaillierte Beschreibung dazu, wo es lang geht, findet sich auf ihrer Seite www.ludwigsburgmitkind.de, auf der zudem noch viel mehr Gratis-Ausflugsziele in und um Ludwigsburg zu finden sind.

 

Gleich zu Beginn kann Heilwasser verkostet werden

Los geht es an der Haltestelle Heilbad oder auf dem kleinen öffentlichen Parkplatz nach dem Biergarten Uferstüble. Startpunkt ist das Häuschen mit Turm beim Heilbad, in dem das gesunde Wasser aus vier Hähnen sprudelt. Vor allem für kleinere Kinder ist das gleich eine Attraktion. Falls die Knirpse jetzt schon nicht mehr weiterlaufen wollen oder noch gar nicht gehen können, ist das auf der fast fünf Kilometer langen Strecke kein Problem. Die Wege sind allesamt durchweg kinderwagen- und räderfreundlich. Perfekt auch für Roller, Laufräder oder Fahrräder – und das, obwohl es nach dem Turmhäuschen zunächst einmal gut bergauf geht.

Der erste Spielplatz mitsamt Sandkasten und Klettergerüst lädt schon nach etwa 250 Metern zu einem kleinen Päuschen ein. Direkt danach wartet ein Trimm-dich-Pfad auf Besuch. Ganz besonders witzig: Vor einer Bank befinden sich Pedale. Dort können sich Mama, Papa oder Kids mit längeren Beinen im Sitzen abstrampeln. Völlig verausgaben sollte sich aber hier besser noch keiner, denn jetzt geht es noch einmal etwa 250 Meter bergauf. Der leichte Aufstieg lohnt sich: Der Weg führt zum nächsten Spielplatz mit Seilbahn, Bodentrampolinen und Klettertürmen. Wer ins Schwitzen gekommen ist, kann sich hier im großen Wasserspielbereich abkühlen. Für die Kinder empfiehlt es sich auf alle Fälle Wechselkleidung mitzunehmen – denn es soll ja noch zu weiteren kleinen Abenteuern gehen.

Das Naturinformationszentrum Casa Mellifera hat viel zu bieten

Schon ist der anstrengendere Teil vorbei und die Beschreibung führt zu zauberhaften Orten, die offensichtlich nur eingefleischte Hohenecker kennen – auf dem Weg ist jedenfalls kaum jemand anzutreffen. Nach einem kleinen Stück über die Felder geht es in ein Wäldchen auf dem Hungerberg. Bei einem weiten Blick über das Tal laden dort oben Tische und Bänke zur Stärkung ein. Hier gilt es die Frage zu beantworten: „Wer findet die Sonnenuhr?“ Bei einem Blick übers Gebüsch lassen sich die im Halbkreis angeordneten Sandsteine bereits entdecken. Doch das ist hier oben noch lange nicht alles. Auf einem riesigen Naturspielplatz können sich die Kids lautstark austoben.

Mutige rutschen hier über die sicher fast 20 Meter lange Rutsche bis hinunter zum Kletterabenteuer über Baumstämme und Steinbrocken. Wo es bergauf geht, geht‘s auch wieder bergab – und zwar ins Tal zum Naturinformationszentrum Casa Mellifera. Mit etwas Glück gibt es dort auch gerade eine Veranstaltung. Ein Stück davor biegt ein Weg rechts ab in Richtung Sonnenuhr. Es geht vorbei an einem kleinen Teich, in dem sich Tiere und Pflanzen beobachten lassen. Ein kleiner Abstecher dorthin lohnt sich!

Weiter geht‘s vorbei am Infozentrum und entlang des kleinen Steinbruchs bis zum Biergarten Uferstüble am Neckar. Auch hier bietet sich eine Einkehr an. Dann führt der Weg weiter am Neckar entlang. Vor allem am Wochenende ist dort viel los: Schiffe legen an, Kanufahrer tragen ihre Boote aus dem Wasser, wer Glück hat entdeckt Graugänse, Enten oder einen Kormoran. Ein Hingucker folgt auf den nächsten, bevor es zur Abkühlung im Storchengang geht: Hartgesottene erfrischen sich im Kneipp-Becken.

Kinder wollen jede Kleinigkeit entdecken

Wer die fast fünf Kilometer nicht ganz schafft, kann die Runde an einigen Stellen abkürzen oder einzelne Stationen auslassen. Je nachdem, was die Kids eben interessiert. „Vor allem mit kleinen Kindern ist es wichtig langsamer zu machen“, rät Susanne Zabel-Lehrkamp. „Sie rennen noch nicht wie wir Erwachsene durch die Gegend, sondern entdecken jede Kleinigkeit.“ Für alle, die ihren Nachwuchs an das Wandern heranführen möchten, sei dieser Weg beispielsweise eine tolle Möglichkeit. Denn um die Lust daran zu entdecken, brauchen sie Motivation: „Wenn es alle paar Meter etwas Neues, Tolles gibt, machen Kinder lieber mit.“

Der Traum der Entdeckerin für Familien-Ausflugsziele ist es, dass ihr Eichhörnchenweg bekannter wird und eines Tages gar als Familienwanderweg ausgeschildert wird. „Vielleicht sogar mit einer Kugelbahn“, sagt Zabel-Lehrkamp. Bisher ist die Ludwigsburgerin aber noch auf der Suche nach jemandem, der ihre Idee unterstützt. Den Eltern, die mit ihren Kids auf dem erlebnisreichen Eichhörnchenweg wandern, kann sie aber schon jetzt einen Traum erfüllen: Die Kids schlafen in der Nacht danach ziemlich sicher gut durch.

Unterwegs in der Region

Serie
Urlaub daheim ist alles andere als langweilig. Die Region Stuttgart bietet vielfältige Möglichkeiten für abwechslungsreiche Tage ohne weite Anreise – für Kulturinteressierte wie für Naturfreunde, für Sportbegeisterte wie für Genießer. In unserer Serie „Der Ferientipp“ stellen wir Ausflugsziele vor. Wetten, dass auch für Sie etwas dabei ist?

Online
Susanne Zabel-Lehrkamp entdeckt seit 2019 Ausflugsziele für Familien und hält sie auf „Ludwigsburg mit Kind“ fest. Dazu gehören auch Ausflugsziele bei Regen, Badeseen in der Region oder tolle Spielplätze im Umkreis. Hier geht es direkt zum Eichhörnchenweg.

Analog Inzwischen hat Susanne Zabel-Lehrkamp, die als Sozialpädagogin hauptsächlich in einer Kita arbeitet, außerdem zwei Familien-Wanderführer geschrieben. Dafür hat sie alle Wege mit ihrer Familie getestet. Erschienen sind die Bücher bei Belser/Kosmos mit Fokus auf „Rund um Stuttgart“ und auf die „Schwäbische Alb“.