Die Demonstranten fordern ein Ende des Verkaufs von Pelzen. Foto: factum/Granville

Der Pelz ist zurück in der Mode. Tierschützer demonstrieren deshalb am Dienstag in Ludwigsburg vor dem Bekleidungshaus Oberpaur gegen den Verkauf von Pelzprodukten. Dort verweist man auf die Nachfrage der Verbraucher.

Ludwigsburg - Mit einer Mahnwache haben am Dienstag etwa 20 Tierschützer in der Asperger Straße vor dem Bekleidungshaus Oberpaur gegen den Verkauf von Pelzprodukten protestiert. Sie wiesen mit Transparenten auf die ihrer Meinung nach nicht artgerechte Haltung von Tieren für die Herstellung von Pelzprodukten hin und skandierten Parolen, die zum Kaufboykott aufforderten. Mit Plakaten, auf denen Sprüche wie „Auch im kleinsten Pelzkragen hat einmal ein Herz geschlagen“ zu lesen waren, versuchten die Tierschützer aus der Region, mit Passanten und Kunden des Modehauses ins Gespräch zu kommen. Die Reaktionen waren geteilt.

Zustimmung und Unverständnis

Manche der Vorbeikommenden streckten den Daumen nach oben, um ihr Wohlwollen für den Protest zu signalisieren. Andere brachten ihr Unverständnis durch Kopfschütteln zum Ausdruck. Andere diskutierten mit den Demonstranten und sagten „Man muss ja keinen Pelz kaufen“. Sie wiesen aber gleichzeitig darauf hin, dass es noch andere Produkte wie Schuhe oder Nahrungsmittel gebe, bei deren Kauf der Verbraucher Entscheidungen für oder gegen das Wohl der Tiere treffen könne.

Oberpaur diskutiert den Pelzverkauf intern

Oberpaur verkauft nach eigener Auskunft keine Pelzmäntel, hat aber Jacken und Mäntel mit Felleinfassung im Angebot. Die Tierschützer hatten sich im Vorfeld ihrer Aktion vergeblich mit der Bitte, die Produkte aus dem Verkauf zu nehmen, an die Geschäftsführung des Modehauses gewandt. Von der Ludwigsburger Geschäftsleitung wollte sich am Dienstag niemand zu der Mahnwache äußern. Christian Boniberger aus der Geschäftsführung der Oberpaur GmbH in Landshut erklärte, man diskutiere intern über den Verkauf von Pelzprodukten. Er verwies auf die Nachfrage durch den Verbraucher – und darauf, dass Oberpaur auf die Haltungsbedingungen bei den Pelzlieferanten schaue.

In einem Schreiben an die Tierschützer hatte das Unternehmen davon gesprochen, im Jahr 2016 neu zu überlegen, wie es sich hinsichtlich des Pelzverkaufs verhalten solle, erklärte Susanne Bez-Kamm, die Initiatorin der Aktion.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: