Die Deizisauer Metal-Fans lassen sich die Stimmung nicht vermiesen. Foto: Privat

Tagelanger Regen verwandelte das Gelände des Wacken-Open-Air-Festivals in eine große morastige Schlammwüste. Die Veranstalter verhängen einen Anreisestopp. Neun Metalfans aus Deizisau sind vor Ort.

Eigentlich sollten sich auf dem 240 Hektar großen Gelände in Wacken in Schleswig-Holstein Zelte aneinanderreihen, stattdessen schwimmen Quietsche-Entchen in gigantischen Pfützen: Tagelanger Regen verwandelte das angeblich größte Heavy-Metal-Festival der Welt in eine morastige Landschaft. „Die Leute sinken teilweise bis zu den Knien ein“, schildert Thomas Stiehl die Situation. Der Deizisauer ist mit einer neunköpfigen Gruppe auf dem Wacken-Open-Air – bereits zum achten Mal.

 

Am Mittwoch sind die Metal-Fans angereist: erst mit dem Flugzeug, dann mit dem Mietauto ins Hotel. Einige Jahre machen sie das schon so. Mit Blick aus dem Fenster, ist der Spielleiter des TSV Deizisau froh über den Komfort – wenige Kilometer weiter baden die Fans im Schlamm. „Hier zu zelten ist schon grenzwertig. Im Hotel habe ich mein Bett, meine Dusche und alles ist gut.“

Aussicht auf Trockenheit

Aufgrund des tagelangen Regens beschlossen die Veranstalter, die Anreise für Fahrzeuge zu stoppen. Am Mittwoch verkündeten sie, das Gelände auch für die restlichen Fans dicht zu machen. „Zuerst hieß es, dass nur noch die Leute reinkommen, die über einen Reiseveranstalter gebucht haben, schließlich kommen auch Leute von weit her, zum Beispiel aus Mexiko“, sagt der Deizisauer. Dann wurden doch alle Fans reingelassen: „Jeder, der Mittwochmorgen vor dem Eingang stand und ein Ticket hatte, durfte rein.“ Keine zehn Minuten später baumelte das Festivalbändchen am Handgelenk. Dass die Fans binnen weniger Minuten aufs Gelände kamen, liege an der neuen Organisation. „Letztes Jahr lief das nicht so reibungslos. Scheinbar hat man aus Fehlern gelernt.“

Die Anzahl der Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände wird von der Polizei auf etwa 50 000 geschätzt, um die 85 000 waren es die Jahre davor. „Es ist schon deutlich weniger los, das sieht man vor allem an den leeren Campingplätzen“, sagt Stiehl. Die Stimmung leide aber nicht an der Schlammwüste, die sei „wie die Jahre zuvor auch“.