Bonn ist zwar nicht mehr Bundeshauptstadt, aber immerhin Bundesstadt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will die Rolle der Stadt als politisches Zentrum stärken. Foto: dpa

Es ist Zeit, den Komplett-Umzug der Bundesregierung nach Berlin in Angriff zu nehmen. Die alte Bundesstadt am Rhein wird es verkraften, meint Thorsten Knuf.

Berlin - Die Deutschen haben der schönen Stadt Bonn viel zu verdanken. Sie ist der Geburtsort der Bundesrepublik und war in den Jahrzehnten der Teilung mit ihrer heiteren Beschaulichkeit die ideale Bühne für den neuen, demokratischen Staat.

Am Freitag jährt sich zum 25. Mal die Verabschiedung des Berlin/Bonn-Gesetzes, das die Aufteilung der Bundesministerien regelt. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) plädiert nun dafür, mit einem neuen Vertrag die Rolle Bonns als politisches Zentrum zu stärken. Sinnvoller wäre eine Debatte darüber, wie sich ein sozial verträglicher Komplett-Umzug nach Berlin gestalten ließe. Der doppelte Regierungssitz verschlingt viel Geld und macht jedes Jahr Zehntausende Dienstreisen notwendig. Zwei Drittel der Ministeriums-planstellen sind längst in Berlin, eine große Mehrheit der Bonner Beschäftigten wird in den kommenden 20 Jahren in den Ruhestand gehen.

Bonn ist eine prosperierende Stadt. Es gibt zwei Dax-Konzerne und nahezu Vollbeschäftigung. Die Zahl der Arbeitsplätze ist seit dem Hauptstadt-Beschluss um fast ein Drittel gestiegen. Die Sorgen Bonns hätten andere Regionen gern. Etwa die, in denen demnächst der Kohleausstieg vollzogen wird und die noch nicht wissen, wo neue Jobs herkommen sollen.

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