Gescheitert, in erster Linie an sich, aber auch am VfB: Alexander Zorniger. Foto: dpa

Diskutieren Sie mit - Zorniger scheiterte an sich und an den Verhältnissen beim VfB, urteilt StN-Sportchef Gunter Barner. Sportvorstand Robin Dutt steht vor einem Scherbenhaufen. Zorniger war ein gewaltiger Irrtum. Jetzt wird Dutt daran gemessen, wie überzeugend er die Nachfolge regelt.

Stuttgart - Warnende Steinschläge gab es schon seit Wochen, am Ende rutschte der Berg mit Getöse ins Tal. Und begrub die Hoffnung, dass alles besser wird mit einem Trainer, der alles anders macht. Der VfB Stuttgart hat sich nach nur fünf Monaten von Trainer Alexander Zorniger getrennt. Und wer das Desaster beim 0:4 gegen den FC Augsburg mit durchlitten hat, wird sich eingestehen müssen: Die VfB-Bosse haben nicht nur so entschieden, weil sie ein paar mal schlecht geschlafen haben.

Alexander Zorniger ist gescheitert, in erster Linie an sich, aber auch an den Verhältnissen beim VfB. Vielleicht war es ein guter Gedanke, der verunsicherten Mannschaft zum Saisonbeginn eine völlig neue Spielidee zu offerieren. Ganz sicher war es aber falsch, auch dann noch an der kompromisslos offensiven Spielweise festzuhalten, als klar war, dass die meisten Spieler damit überfordert waren. Als der Coach widerwillig endlich kleinere Kurskorrekturen vornahm, war die Mannschaft bereits zu sehr verunsichert, um noch Nutzen daraus ziehen zu können.

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Wieder einmal steht der VfB vor einem Scherbenhaufen. Und mit dem Besen in der Hand diesmal Sportvorstand Robin Dutt, der Zornigers Begeisterung für das offensive Spiel mit Pressing und Gegenpressing nach außen hin bis zum Abpfiff teilte. Auch aus strategischen Gründen. Dagegen ist wenig zu sagen. Dutt irrte sich aber grandios in der Annahme, in dem kantigen Schwaben einen Trainer verpflichtet zu haben, der mit seinen Aufgaben wächst und bereit ist, sich an die Erfordernisse der Bundesliga anzupassen. Dutt wird nun daran gemessen, wie überzeugend und mit welchem Erfolg er die Nachfolge regelt.

In der Verantwortung steht aber auch ein Team, das seine seit Jahren treuen Fans zuletzt zutiefst enttäuschte. Durch die erbärmliche Darbietung gegen den FC Augsburg – und noch mehr durch den kümmerlichen Auftritt danach. Wie immer der neue Trainer heißt: Er wird schnell Ordnung schaffen müssen – in den Köpfen der Spieler und auf dem Feld. Der selbst ernannte Alleskönner Zorniger war ein gewaltiger Irrtum. Ein zweiter Fehlgriff wird den VfB ganz sicher in die zweite Liga spülen.

g.barner@stn.zgs.de

Was die Fans zu der Entlassung von Alexander Zorniger sagen, lesen Sie hier.

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