Die sängerin anna Ternheim ist beim New-Fall-Festival im neuen Schloss zu erleben. Foto: Veranstalter

In der kommenden Woche steht in Stuttgart wieder das New-Fall-Popmusikfestival an. Außergewöhnliche Popmusiker wollen sich im ungewohnten Rahmen präsentieren.

Stuttgart - Es war ein Auftakt nach Maß. Die fantastische New Yorker Pianistin Regina Spektor, das vorzügliche Brandt Brauer Frick Ensemble, die Alternativerock-Veteranen Wilco und die gefeierte dänische Songwriterin Agnes Obel zählten zu den Künstlern, die im vergangenen Herbst bei der Erstauflage des New-Fall-Festivals in Stuttgart zu erleben waren. Das Publikum war hochzufrieden, das neue, aus Düsseldorf importierte Festival mit seinem Konzept, für Popkonzerte auch ungewohnte Orte wie den Mozartsaal oder das Neue Schloss zu bespielen, kam hervorragend an.

Blickt man auf die Zusammenstellung der nun anstehenden zweiten Auflage des New-Fall-Festivals, stellt sich jedoch ein wenig Ernüchterung ein. In den Beethovensaal als größten Veranstaltungsort des Festivals ist nur eine einzige Veranstaltung gebucht worden, der Auftaktabend mit dem irischen Gitarristen und Sänger Glen Hansard. Der einstige Straßenmusiker ist sicherlich ein guter Musiker, seine Strahlkraft ist allerdings – zumal für einen Festivalauftakt – bescheiden. Schade ist zudem, dass mehrere Künstler verpflichtet wurden, die hier erst kürzlich live zu erleben waren.

William Fitzsimmons hat abgesagt

Die Band Die Höchste Eisenbahn gastierte im vergangenen November in den Wagenhallen, Anna Ternheim im März in der Manufaktur und Michael Kiwanuka erst im Juli bei den Jazz Open. Richtig enttäuschend ist, dass der tolle Songwriter Robin Proper-Sheppard, der brillante Sonic-Youth-Vorsteher Thurston Moore und die feine kanadische Band Destroyer im Gegensatz zu allen anderen Künstlern nur beim New-Fall-Zwillingsfestival in Düsseldorf auftreten, aber nicht nach Stuttgart kommen. Traurig ist schließlich, dass der eigentlich als künstlerischer Höhepunkt geplante William Fitzsimmons seine komplette Tournee und damit auch seinen Auftritt beim New-Fall-Festival abgesagt hat. Und auch der Stuttgarter Auftritt von Megaloh ist – ohne Angabe von Gründen – gecancelt worden.

Definitiv kommen werden hingegen Tom Odell, Olli Schulz, die Songwriterin Alice Phoebe Lou, die kanadische Wave-Band Austra im Doppelpack mit den Tune-Yards aus Kalifornien (von der Papierform her nun der Höhepunkt des Festivals) und die schwedische Synthiepopband Little Dragon. Außerdem gibt es einen Baden-Württemberg-Abend, bei dem sich Bands wie Levin Goes Lightly präsentieren dürfen.

Der an und für sich interessante Ansatz, ungewöhnliche Orte zu bespielen, wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Diesmal sind als Veranstaltungsorte neben Liederhalle und Neuem Schloss die Straßenbahnwelt sowie die Carl-Benz-Arena beim Stadion ausgewählt worden. Ob sich Letztere bewähren wird – einige in jüngster Zeit in dieser Eventlocation angesetzte Veranstaltungen standen nicht gerade unter einem glücklichen Stern –, wird sich zeigen. Tickets für die drei dort angesetzten Konzerte gibt es noch hinreichend, wie auch für alle anderen Konzerte noch Karten verfügbar sind. Lediglich der Auftritt von Anna Ternheim im Neuen Schloss ist bereits ausverkauft.

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