Seite 2Das Logo im Wandel Joachim Schmidt hat jetzt das Sagen

Von Klaus Köster 

Kurz nach der Kreation des neuen, alten Sterns allerdings schied Göttgens aus dem Daimler-Konzern aus und wurde Chef des Brillenherstellers Rodenstock. Und auch Göttgens' damaliger Chef, Mercedes-Vertriebsleiter Klaus Maier, nahm vor einem Dreivierteljahr bei Daimler seinen Hut. Das war der Anfang vom Ende des zweidimensionalen Sterns. Seit Herbst vergangenen Jahres hat Joachim Schmidt im Mercedes-Vertrieb das Sagen. Und seiner Meinung nach muss das Logo wieder dreidimensional sein. Der Stern müsse eine gewisse "Wertigkeit" ausstrahlen, erklärt Schmidt. Deshalb wird es von morgen an einen neuen Stern geben, der wieder deutliche Ähnlichkeiten zu seinem Vorvorgänger, dem Weidemann-Modell, aufweist. Weidemann hatte seinerzeit keinen Hehl daraus gemacht, was er vom dem zweidimensionalen Modell hält: Man gehe "zurück ins Mittelalter", schimpfte er über den "fulminanten Mist". Der Stern müsse aussehen wie auf dem Produkt, und dort sei er nun einmal dreidimensional.

 

Gerüchteweise kostete die damalige Umstellung elf Millionen Euro. Der neue Markenauftritt wurde Schmidt zufolge allerdings zum größten Teil von eigenen Mitarbeitern gestaltet. Lediglich mit der grafischen Umsetzung seien Agenturen beauftragt worden. Auch würden Prospekte nicht eingestampft, sondern zunächst weiter mit dem bisherigen Logo verwendet.

Schmidt selbst knüpft jetzt an seine alte Amtszeit in den Jahren 1999 bis 2005 an, in denen er schon einmal Mercedes-Vertriebschef war. Schon seine damalige Ära war gewissermaßen überstrahlt durch den Weidemann-Stern, der nun in abgewandelter Form erneut zu Ehren kommt.

Nicht nur über den Stern selbst, sondern auch über dessen Verhältnis zum Markennamen gibt es unterschiedliche Philosophien, die sich bei Daimler abwechseln. Standen früher Markenname und Stern zusammen, trennte Göttgens beides voneinander. "Der Stern scheint immer von oben", erklärte er selbstbewusst. Schmidt ändert jetzt erneut den Kurs - Markenname und Stern sollen eine Einheit bilden. Auf Werbeanzeigen stehen Stern und der Name Mercedes-Benz künftig nebeneinander, ergänzt durch den Spruch von Gottlieb Daimler: Das Beste oder nichts.

 

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