Die vier von der Lastenradtournee in Holzgerlingen (von links): David Frerot, Frank Eichhorn, Alexander Hoss und Stefan Rickmeyer. Foto: Holger Schmidt

Das Landratsamt Böblingen will die Verkehrswende voranbringen und versucht erneut, kreisweit Menschen und Lastenräder zusammenzubringen.

Das Gelände der Holzgerlinger Berkenschule war am Samstagvormittag die erste Station der Lastenradtournee 2024 durch den Landkreis Böblingen mit Stopps in insgesamt zwölf Städten und Gemeinden bis zum 13. Oktober.

 

Vier Aussteller präsentierten unterschiedliche Modelle der Trendfahrzeuge und freuten sich über interessierte Probefahrer. Es hätten allerdings deutlich mehr sein können, doch das Aprilwetter mit Wind und kühlen Regenschauern machte einen dicken Strich durch die Rechnung. Dabei hatte das Quartett eine Botschaft: Nämlich die Vorstellung des Lastenrades in all seinen Facetten – vom Kindertransport bis zum Kommunalfahrrad mit Schaufel, Besen und Kuttereimern auf der Ladefläche. „Wir wollen, dass die Leute die Vielfalt sehen“, unterstrich Organisator David Frerot, einer von drei Radverkehrsbeauftragten des Landkreises Böblingen.

Beliebt bei der oberen Mittelschicht

Unterstützt wird das Landratsamt bei der diesjährigen zweiten Auflage der Lastenradtournee durch die lokalen Händler Fahrrad Hoss aus Aidlingen und Schrauber Frank aus Sindelfingen sowie der Radkutsche aus Nehren bei Tübingen. „Wir bauen seit 19 Jahren Rikschas und Lastenräder“, sagte deren Chef Stefan Rickmeyer. Diesmal hatte er drei giftgrüne Modelle mitgebracht.

Unter den Testrädern der Lastenradtournee, allesamt mit E-Antrieb der bis maximal 25 Stundenkilometer unterstützt, befinden sich zwei- und dreirädrige Modelle, spannende Marktneuheiten sowie bewährte Klassiker. Die Räder sind für den private Gebrauch und hier insbesondere den Kindertransport ebenso geeignet und ausgestattet wie für die gewerbliche Nutzung. „Maler-Azubi mit drei Farbtöpfen und Leiter – innerorts überhaupt kein Problem und manchmal sogar schneller als mit dem Auto“, nannte David Frerot ein plakatives Anwendungsbeispiel. Dass Lastenräder neben Fahrspaß auch ein großes Potenzial zum Erreichen der Verkehrswende haben, versteht sich von selbst.

Laut dem jährlich veröffentlichten Fahrrad-Monitor des Bundesverkehrsministeriums sind Lastenräder vor allem bei 30- bis 50-Jährigen in der gehobenen Mittelschicht und Oberschicht ein Thema. Das dürfte auch an den Preisen liegen: E-Lastenräder kosten neu meist ab 2000 Euro aufwärts, nach oben geht es bis zu über 10 000 Euro.

Die Tour geht weiter

Alle weiteren Termine der Landkreis-Lastenradtournee 2024 sind auf der Internetseite des Landratsamtes zu finden: www.lrabb.de/start/Service+_+Verwaltung/radverkehr.html . Das Test- und Informationsangebot samt der Beratung durch örtliche Lastenradhändler ist für alle Besucher gratis.