Die Schwarzwald Tourismus GmbH befürchtete noch Ende Juli weniger Gäste wegen der hohen Benzinpreise. Für das Gesamtjahr rechnet Kasprowicz mit 18 Millionen Übernachtungen im Schwarzwald - und hofft, "dass wir schon nächstes Jahr die Marke von 20 Millionen Übernachtungen knacken können". Foto: dpa

Baden-Württemberg will seine Position als Tourismusland trotz der Finanzkrise ausbauen. Ein Schwerpunkt sei dabei der "sanfte Tourismus", sagte Wirtschaftsminister Pfister.

Stuttgart - Baden-Württemberg will seine Position als Tourismusland trotz der Finanzkrise ausbauen. Ein Schwerpunkt sei dabei der "sanfte Tourismus", also das umweltverträgliche Reisen, sagte Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) am Montag beim regionalen Tourismustag auf der Reisemesse CMT in Stuttgart. Insgesamt gab es im Südwesten im vergangenen Jahr nach vorläufigen Schätzungen rund 16 Millionen Ankünfte und 42 Millionen Übernachtungen. Das war jeweils eine Steigerung von rund drei Prozent. Die Ankunftszahlen erreichten einen neuen Rekordwert, die Übernachtungszahlen den höchsten Stand seit 1992.

Pfister rechnet in diesem Jahr mit einer ungebremsten Reiselust der Deutschen. Nach einer Prognose des Deutschen Tourismusverbandes werde die Finanzkrise nicht auf die Branche durchschlagen - das gelte auch für den Südwesten. Die Branche könne 2009 auch für den Arbeitsmarkt zu einem wichtigen "Stabilitätsfaktor" werden, sagte der Minister. Das Sonderprogramm "Sanfter Tourismus" des Landes habe bis Ende 2008 für 13 Projekte eine Gesamtförderung von 1,5 Millionen Euro zugesagt. Ein erfolgreiches Beispiel für diesen Bereich seien die Zuwachsraten von knapp elf Prozent bei Auslandsgästen in Mineral- und Moorbädern.

Pfister forderte erneut einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz für Beherbergungsbetriebe wie in vielen anderen EU-Staaten: "Es ist eine ungerechte Wettbewerbsverzerrung, dass es diesen in Deutschland nicht gibt." Eine entsprechende Initiative war im vergangenen Herbst im Bundesrat gescheitert.

Über dieses Vorhaben hinaus habe das Land weitere Maßnahmen angestoßen, damit die Urlaubsbranche gestärkt aus der Krisensaison hervorgehe, sagte Pfister. Er nannte unter anderem die allgemeine Förderung der touristischen Infrastruktur, zum Beispiel bei Rad- und Wanderwegen, mit einem Fördervolumen von rund 94 Millionen Euro während der vergangenen zehn Jahre. Auch die "Genießerland"-Kampagne oder das Aktionsprogramm "Zukunftsfähiger Tourismus" zählten dazu. Inzwischen beschäftige der Tourismus im Land fast genauso viele Menschen wie die Automobilindustrie - und auch die Anteile am Bruttosozialprodukt im Südwesten seien ähnlich.

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