Im Londoner „Ally Pally“ ist ab Donnerstagabend wieder die Hölle los – die Darts-WM beginnt. (Archivbild) Foto: dpa

Am Donnerstagabend hat im Londoner „Ally Pally“ die Darts-WM begonnen. Das rasante Pfeilewerfen vor Tausenden verkleideter Zuschauer in Bierzeltatmosphäre immer mehr Menschen – auch in Deutschland. Hier gibt es die wichtigsten Informationen zum Darts-Sport.

London - In London hat am Donnerstagabend die Karnevalszeit des Sports begonnen– die Darts-WM. Von Jahr zu Jahr fasziniert das rasante Pfeilewerfen vor Tausenden verkleideter Zuschauer in Bierzeltatmosphäre immer mehr Menschen – auch in Deutschland. Großer Favorit auf den Sieg im „Ally Pally“ ist der Niederländer Michael van Gerwen.

Hier gibt es die wichtigsten Informationen zum Darts-Sport:

Die Zahlenanordnung

Die Anordnung der Zahlen soll 1896 von dem englischen Zimmermann Brian Gamlin festgelegt worden sein und sollte wahrscheinlich der Bestrafung von Ungenauigkeit dienen und das Element des Zufalls einschränken. Die Zahlen sind so angeordnet, dass sie Treffsicherheit erfordern. Deswegen liegen neben zweistelligen Zahlen zumeist einstellige Zahlen. Der Ursprung der Dartsscheibe ist übrigens das Wagenrad, das im Mittelalter für Zielschießen genutzt wurde. 1908 wurde Darts in Großbritannien zum Geschicklichkeitsspiel erklärt und durfte damit nun in Pubs gespielt werden.

Das Bull

Das Bullseye (rot) zählt 50 Punkte und gilt als Doppelfeld. Der grüne Ring ist das höchste Singlefeld (25 Punkte).

Der Pfeil

Der Pfeil (englisch: dart) darf maximal 30,5 Zentimeter lang sein, üblich sind weniger als 20 Zentimeter. Die Darts wiegen in der Regel zwischen 16 und 26 Gramm. Es wird unterschieden in Steeldarts (wie bei der WM) und E-Darts: Letzteres wird an Automaten gespielt, die Spitze des Pfeils ist dort nicht aus Stahl, sondern aus Plastik. Die „Flights“ stabilisieren den Flug und werden in den Schaft gesteckt.

Die Maße

Die Spieler müssen mindestens 2,37 Meter von der Scheibe entfernt sein. Bei der WM wird die Wurflinie (Oche) durch eine Matte markiert. In vielen Kneipen dient ein Tapeband auf dem Boden als Oche. Woher die genauen Abmessungen kommen, ist etwas unklar. Der Abstand zur Scheibe soll der Legende nachangeblich auf aneinandergereihte Bierkisten zurückgehen.

Vereine

Der Deutsche Dart-Verband ist seit 2010 Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbunds. Er hat rund 11 000 Mitglieder. Schätzungsweise 150 000 Menschen spielen hierzulande regelmäßig Darts, viele davon sind im E-Darts aktiv.

Dart in Zahlen

414 000: Die Entwicklung im Profi-Dartsverband PDC ist enorm: Die besten Darts-Spieler der Welt sind Millionäre. Allein bei der WM bekommt der Weltmeister 350 000 Pfund (414 000 Euro). 1994 betrug das Preisgeld dort noch 64 000 Pfund (76 000 Euro), der Sieger bekam 20 000 Euro. Diesmal werden 1,65 Millionen Pfund (zwei Millionen Euro) verteilt.

501: Bei der WM wird die Variante „501 – Single-In, Double-Out“ gespielt: 501 Punkten müssen runter auf null gespielt werden. Die Spieler werfen im Wechsel je drei Pfeile, die dabei erzielten Punkte werden von der Summe abgezogen. Beendet werden muss das Spiel mit einem Treffer im Doppel, also zum Beispiel bei 40 Punkten Rest mit einer Doppel-20 (Tops).

180: Die maximal mögliche Punktzahl mit drei Pfeilen sind 180 Punkte – dafür muss der Spieler dreimal das Triple-20-Feld treffen. Bei der WM 2016, die im Januar zu Ende ging, wurde insgesamt 654-mal die 180 getroffen. Bei jeder „180“ heben die Zuschauer jubelnd die Schilder mit der Zahl „180“ hoch.

9: 501 Punkte können mit neun Pfeilen auf null gespielt werden – es ist das perfekte Spiel, genannt „9-Darter“. Es gibt dafür 71 Varianten. Der gängigste Weg: dreimal Triple-20, dreimal Triple-20, Triple-20, Triple-19, Doppel-12. Bei der WM im Alexandra Palace gibt es dafür knapp 18 000 Euro Preisgeld.

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