Der Motor im Spiel des VfB Stuttgart: Daniel Didavi (Mitte) Foto: dpa/David Inderlied

Daniel Didavi spricht in der Sendung Sport im Dritten über Rassismus, die Anfeindungen gegen Dietmar Hopp und seinen Vater als Vorbild.

Stuttgart - Der VfB-Spieler Daniel Didavi hat sich in der SWR-Sendung Sport im Dritten zum Thema Rassismus geäußert. „Das Thema ist immer wieder präsent. Ich finde es immer wieder traurig zu sehen, dass wir im Jahr 2020 über diese Themen reden müssen“, sagte der Mittelfeldspieler des Fußball-Zweitligisten und fügte hinzu: „Jeder Spieler mit meiner Hautfarbe hat so etwas schon erlebt. In meiner Karriere gab es aber nicht viele Momente. Es gibt aber immer wieder Menschen, die andere Menschen verletzen wollen und eine Schwäche suchen, die kommen dann mit der Hautfarbe. Ich habe immer versucht, da drüber zu stehen“, sagte der Fußballer, der in Nürtingen aufgewachsen war.

Auch die Anfeindungen gegen den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp rufen bei Daniel Didavi nur Kopfschütteln hervor. „Für so etwas habe ich gar kein Verständnis. Der Fußball hat sich verändert, es geht sehr viel um Geld, und dessen sind wir uns bewusst. Der Fußball ist ein Milliardengeschäft geworden, aber am Ende des Tages geht man ins Stadion, um Fußball zu schauen“, sagte der 30 Jahre alte Spielmacher des VfB. „Ich kann Leute verstehen, die sagen, dass ist nicht mehr der Fußball, den ich liebe, aber dann können sie sich eine andere Sportart suchen oder sonntags zur Kreisliga gehen. Das ist ihren gutes Recht. Aber ins Stadion zu gehen und es anderen Leuten kaputt zu machen, das ist einfach nicht in Ordnung.“ Beleidigungen und Verletzungen hätten im Fußball nichts zu suchen – „wie überall im Leben“.

Das perfekte Beispiel

Was die Integration in Deutschland angeht, ist Daniel Didavi stolz auf seinen Vater. „ Mein Vater ist das perfekte Beispiel, wie Integration funktionieren kann. Er kam mit 20 nach Deutschland, kannte die Sprache nicht, hat am Ende in Deutschland studiert und arbeitet bis heute noch in einer Firma. Auch ist er Stadtrat in Nürtingen und tut selbst etwas für Integration“, sagte Didavi, der eine schöne Kindheit in Nürtingen hatte, wie er sagt. „Das habe ich auch meinem Vater zu verdanken. Das Wichtigste ist, dass es mir egal ist, ob einer schwarz, weiß oder gelb ist – so wurde ich erzogen von meinem Vater. Es ist schade, dass wir heute über so etwas überhaupt reden“, meinte der Fußballer, der in seiner Karriere oft und lange verletzt war. Auch darüber hat er gesprochen. „Ich habe schon mehr oder weniger resigniert, ich wurde ja viermal am Knie operiert. Als ich 23 war, hat der Arzt zu mir gesagt: ,Das wird nichts mehr mit dem Fußball.’ Das war für mich, wie wenn jemand sagt, ich sterbe bald, denn Fußball ist alles für mich. Jetzt bin ich 30 und dankbar für die Zeit, weil ich sehr viel gelernt habe“, sagte Didavi, der an der Dartscheibe gegen den zweiten Studiogast, den Sportanwalt Christoph Schickhardt, übrigens gewann. Die Pfeile warf der begnadete Linksfuß Daniel Didavi natürlich mit der linken Hand.

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