Daimler ist angesehenstes Unternehmen - Porsche, Bosch und Audi sind unter den Top Ten.

Stuttgart - Die Deutschen haben nicht nur ein besonderes Verhältnis zu ihrem Auto, sondern auch zu ihren Autoherstellern: Die Daimler AG ist laut einer Umfrage das beliebteste deutsche Unternehmen des Jahres 2010 und erobert sich damit die im Vorjahr an Volkswagen verlorene Spitzenposition zurück.

Das Forschungsinstitut Emnid ist vor allem dadurch bekannt, dass es die Stimmung der Wähler ermittelt. Doch die gut 1000 Bürger, die einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung darstellen, werden auch zu anderen Themen befragt - etwa dazu, welche Firmen bei ihnen im höchsten Ansehen stehen. Fast jeder fünfte Teilnehmer setzte Daimler auf Platz eins. Der Stuttgarter Autokonzern bekam damit über ein Viertel mehr Stimmen als vor einem Jahr. Dagegen musste Volkswagen ein Drittel der Stimmen abgeben und rutschte von Platz eins auf Platz drei. Auch der Sportwagenhersteller Porsche musste Federn lassen und büßte rund 40 Prozent ein - er fiel von Rang sieben auf Platz zehn. Siemens verbesserte sich von Platz drei auf Platz zwei.

Nach Ansicht des Hamburger Markenexperten Klaus Brandmeyer zeigen die Verschiebungen, wie stark die Bevölkerung auf die öffentliche Diskussion um VW und Porsche reagiert. "Der Machtkampf hat das Ansehen von VW eingetrübt", sagte Brandmeyer unserer Zeitung. Den Abstieg Porsches erklärte er damit, die Übernahme durch VW sei als Erniedrigung wahrgenommen worden. Die Erfahrung zeige allerdings, dass Diskussionen das Ansehen einer Marke meist nicht nachhaltig beschädigten. "Starke Marken halten eine Menge aus." Der Sieg von Daimler belege, dass der Konzern die Diskussion um Qualitätsmängel und Chrysler-Debakel hinter sich gebracht habe. "Weder Edzard Reuter noch Jürgen Schrempp haben es geschafft, die Marke nachhaltig zu beschädigen."

Ebenfalls verbessern konnte sich der Stuttgarter Bosch-Konzern, der von Platz acht auf Platz sechs aufstieg; auch BMW und Audi liegen leicht im Plus, bleiben aber auf Rang vier und fünf. Bosch profitiere von dem Ruf als solide Firma. Zudem könne das Unternehmen ohne Börsennotierung nicht so leicht in die Schlagzeilen gebracht werden wie andere Konzerne.

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