Ist das Mercedes-Werk in Untertürkheim ein Zentrum rechter Umtriebe? Foto: dpa

Nachdem die Mercedes-Mitarbeiter bereits in Sindelfingen rechte Betriebsräte wählten, ist das jetzt auch im Werk in Untertürkheim geschehen. Dort haben 1800 Mitarbeiter für die Gruppe „Zentrum Automobil“ gestimmt.

Stuttgart - Bei den Betriebsratswahlen im Daimler-Werk Untertürkheim haben rund 1800 Mitarbeiter für die Gruppe „Zentrum Automobil“ gestimmt. Damit sitzen nun sechs Vertreter der als rechtslastig kritisierten Gruppierung im Betriebsrat des Werks - zuvor waren es vier. „Wir beobachten die Entwicklung genau und mit Sorge“, hieß es seitens des Konzerns. Die Ausrichtung solcher Gruppen widerspreche Daimler-Werten wie Respekt, Offenheit, Vielfalt, Toleranz und Internationalität.

Insgesamt hatten in Untertürkheim 14 000 Mitarbeiter an den Betriebsratswahlen teilgenommen. Die IG Metall stellt dort künftig 37 der 47 Betriebsratsmitglieder. Erst vor zwei Wochen hatte sich der Betriebsrat in einer ausführlichen Erklärung von den Zentrums-Kollegen distanziert.

Betriebsrats-Mitglieder sollen Kontakt zur rechtsextremen Szene haben

Die andauernde negative Berichterstattung über die rechte Gruppierung schade dem Ruf der Belegschaft, hieß es in dem Schreiben. „Das Werk Untertürkheim erscheint in den Medien mittlerweile als ein Sammelbecken für Neonazis und ein Zentrum rechtsextremer Umtriebe.“ Die Betriebsrats-Mitglieder von „Zentrum Automobil“ waren in den vergangenen Monaten immer wieder Gegenstand von Medienberichten, wonach sie enge Kontakte zur rechtsextremen Szene haben sollen.

Bei den Betriebsratswahlen in Rastatt und Sindelfingen zogen Vertreter der Gruppe Zentrum zum ersten Mal in die Betriebsräte ein: mit zwei Vertretern in Sindelfingen und mit drei Vertretern in Rastatt.

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