Mercedes-Kompaktautos laufen bald auch in Mexiko vom Band Foto: dpa

5700 Mitarbeiter, Investitionen von einer Milliarde Euro und 300 000 Autos im Jahr – das Werk, das Renault-Nissan und Daimler in Mexiko bauen werden, ist für beide ein dicker Brocken. In unserer Grafik zeigen wir zudem eine Übersicht über alle Daimler-Standorte weltweit.

5700 Mitarbeiter, Investitionen von einer Milliarde Euro und 300 000 Autos im Jahr – das Werk, das Renault-Nissan und Daimler in Mexiko bauen werden, ist für beide ein dicker Brocken. In unserer Grafik zeigen wir zudem eine Übersicht über alle Daimler-Standorte weltweit.

Stuttgart - Knapp 600 Euro verdient ein Beschäftigter in der mexikanischen Autoindustrie im Durchschnitt, während der Ecklohn in der deutschen Metallindustrie bei knapp 3000 Euro liegt. Doch nicht nur die unvergleichbar niedrigen Lohnkosten haben Daimlers Entscheidung befördert, die nächste Generation von Kompaktfahrzeugen auch in Mexiko zu bauen. Denn durch diesen Schritt verbessert Daimler auch den Zugang zum wichtigen nordamerikanischen Markt, weil Mexiko Mitglied der Freihandelszone Nafta ist, zu dem auch die USA und Kanada gehören. Zudem baut man die Kooperation mit Renault-Nissan massiv aus.

In unserer Grafik sehen Sie alle Daimler-Standort weltweit - einfach auf die Karte klicken.


Daimler - Standorte weltweit auf einer größeren Karte anzeigen

Bei einer gemeinsamen Video-Pressekonferenz, die Daimler-Chef Dieter Zetsche von Stuttgart und der Chef der Renault-Nissan-Allianz, Carlos Ghosn, von Paris aus abhielten, erklärte Zetsche, mit dem gemeinsamen Werk könnten die beiden Partner die Entwicklungskosten und die Investitionen aufteilen und gemeinsam effizienter produzieren. Künftig sollen dort Kompaktfahrzeuge der Marken Infinit, die zu Nissan gehört, und von Mercedes vom Band rollen. Wenn die volle Kapazität erreicht ist, wird das Werk eine Jahreskapazität von 300 000 Fahrzeugen haben. Welche Fahrzeuge genau gefertigt werden, wollte weder Ghosn noch Zetsche sagen. Zetsche erklärte allerdings, die künftige Mercedes-Kompaktwagenfamilie werde noch mehr Varianten haben als die heutige, die mit A- und B-Klasse sowie dem Coupé CLA, dem Geländewagen GLA und dem CLA Shooting Brake bereits aus fünf Modellen besteht.

Trotz der gemeinsamen Produktion sollen sich die Modelle von Infiniti und Mercedes so stark unterscheiden, dass sie unverwechselbar sind. „Infiniti bleibt Infinit, und Mercedes bleibt Mercedes“, sagte Zetsche. Geteilt würden vor allem Komponenten, die der Kunde nicht sieht.

Zetsche: Werk ist für Standort Deutschland eher von Vorteil

Geführt wird das 50:50-Gemeinschaftsunternehmen, welches das neue Werk betreibt, zunächst von einem Nissan-Manager, während die Ressorts Qualität und Finanzen in der Hand von Daimler sind. Das Werk befindet sich in unmittelbarer Nähe eines Nissan-Standorts im mexikanischen Aguascalientes, 250 Kilometer südlich von Mexiko City. Baubeginn ist im kommenden Jahr; 2017 soll der erste Infiniti, 2018 der erste Mercedes vom Band laufen. Die Investitionskosten werden von beiden Herstellern je zur Hälfte getragen.

Für die Arbeitsplätze in Deutschland ist das neue Werk nach Ansicht Zetsches von Vorteil. Durch den besseren Zugang zum nordamerikanischen Markt könne Mercedes die Absatzzahlen steigern, was angesichts der Zulieferungen aus Deutschland auch den inländischem Arbeitsplätzen zugute komme. Allerdings strebt die Allianz an, dass ein Großteil der zugelieferten Teile für die Produktion in dem neuen Werk aus lokaler Fertigung kommt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: