Der Sprinter von Daimler kommt auch in den USA gut an Foto: Daimler

Daimler will mit neuem US-Werk noch mehr Sprinter verkaufen - Van-Sparte 2014 erstmals mit zehn Milliarden Euro Umsatz.

Stuttgart - Europäische Lösungen sind den Amerikanern in der Regel suspekt – zumindest in der Politik. Bei Transportern wie dem Sprinter ist das anders. Hier haben sich Handwerker oder Logistikunternehmen an die Vorzüge wie geringer Spritverbrauch oder praktischer Laderaum gewöhnt. Seit der Einführung des Mercedes-Transporters im Jahr 2001 sind die Absatzzahlen stetig gestiegen.

2014 verkaufte sich der Sprinter, der auch von der amerikanischen Daimler-Tochter Freightliner baugleich angeboten wird, in den USA rund 25 800 mal – ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit sind die USA nach Deutschland inzwischen der zweitgrößte Absatzmarkt und haben großen Anteil am Erfolg. Insgesamt konnte Daimler von Sprinter, Vito, Viano, V-Klasse und Citan 295 000 Einheiten absetzen. Dies entspricht einem Zuwachs von neun Prozent. Der Umsatz erhöhte sich um sechs Prozent und lag bei zehn Milliarden Euro. Der operative Gewinn erreichte 682 Millionen Euro und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die Rendite, also das Verhältnis von Umsatz und Gewinn, lag bei 6,8 Prozent.

„Unsere Mannschaft hat einen 1A-Job gemacht“, sagte Volker Mornhinweg, Chef der Daimler-Transportersparte, am Dienstag in Stuttgart. Dank der globalen Strategie könnten Marktschwächen in einzelnen Regionen besser ausgeglichen werden. In Lateinamerika etwa gingen die Absätze wegen der Wirtschaftskrisen zurück.

Wachsen - beim Absatz und Ergebnis

Für das laufende Jahr ist Mornhinweg optimistisch. „Wir wollen deutlich wachsen – sowohl beim Absatz als auch beim Ergebnis.“ Dies gelte auch für die folgenden Jahre. Die V-Klasse, die im vergangenen Jahr erfolgreich auf den Markt kam, dürfte auch in diesem Jahr ein Wachstumstreiber sein. In den ersten beiden Monaten des Jahres verkaufte sich die Großraumlimousine doppelt so oft wie das Vorgängermodell im vergangenen Jahr. Impulse setzen soll auch der mittelgroße Transporter Vito, der vor allem bei Handwerkern beliebt ist und ebenfalls neu aufgelegt wurde.

Um in den USA noch einen größeren Teil vom Kuchen abzubekommen, baut Daimler von 2016 an in Charleston, South Carolina, für 500 Millionen Euro ein neues Werk für die nächste Sprinter-Generation. Die Kosten für ein Fahrzeug liegen laut Mornhinweg um ein Drittel niedriger als in Deutschland. Unter anderem spart Daimler bei den Entwicklungskosten für spezifische US-Anforderungen. Bisher musste ein Sprinter wegen Importzöllen außerdem zerlegt und später wieder zusammengebaut werden. Zwar investiert Daimler 300 Millionen Euro ins Sprinter-Werk Düsseldorf, im Gegenzug fallen dort wegen der Verlagerung bis 2020 650 Jobs weg.

Die Kapazität in dem US-Werk soll auf etwa 40 000 Einheiten ausgelegt sein. Für das Jahr 2018 plant US-Postal, seine gesamte Flotte von 180 000 Fahrzeugen zu erneuern. Sollte Daimler die Ausschreibung gewinnen, müsste wohl schnell erweitert werden.

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