Obwohl die Hygiene auch im Pflegeheim Oberesslingen groß geschrieben wird (unser Symbolbild stammt aus einer Einrichtung in Böblingen), sind dort zwei Senioren an Covid-19 erkrankt. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Zwei Männer, die im Pflegeheim Oberesslingen wohnen, sind kurz vor Ostern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Den beiden geht es den Umständen entsprechend gut. In der Einrichtung greift jetzt ein Notfallplan.

Esslingen - Direkt vor Ostern hat das Pflegeheim Oberesslingen eine schlechte Nachricht ereilt: Zwei Bewohner sind an Gründonnerstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die beiden hatten sich jedoch schon zuvor, nachdem bei ihnen erste Symptome aufgetreten waren, vorsorglich in Quarantäne begeben müssen. Die Männer leben in einer der vier Hausgemeinschaften und verfügen über ein eigenes Zimmer mit einem eigenen Sanitärraum. „Die moderne Ausstattung, verbunden mit dem Konzept der Hausgemeinschaften, erleichtern jetzt die Absonderung erheblich“, betont Thilo Naujoks, der Geschäftsführer der Städtischen Pflegeheime Esslingen.

In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wurden über Ostern fast alle Beschäftigten sowie 18 Mitbewohnerinnen und Mitbewohner, die Kontakt zu den Infizierten hatten oder die leichte Symptome zeigten, getestet. Die Ergebnisse liegen zwar noch nicht vor, ungeachtet dessen greift aber bereits jetzt ein Notfallplan zur Vermeidung von Infektionsketten und zum Vorgehen beim Auftreten von Verdachtsfällen und Covid-19- Erkrankungen.

Gegebenenfalls müssen weitere Maßnahmen eingeleitet werden

Den beiden kranken Männern geht es, wie Naujoks erklärt, den Umständen entsprechend gut. Bei einem verlaufe die Erkrankung wie bei einer Grippe. Bei dem anderen, der sich bereits vor der Infektion in einem schlechten Allgemeinzustand befunden habe, sei die Situation zunächst kritisch gewesen, habe sich aber stabilisiert. „Wenn wir wissen, wer darüber hinaus infiziert ist, müssen wir gegebenenfalls weitere Maßnahmen einleiten“, erklärt die Heimleiterin Ludmilla Keilmann.

Da die Tagespflege, die sich im Pflegeheim befinde, bereits am 23. März geschlossen worden sei, stünden allerdings Räume zur Verfügung, die für den Ernstfall als Isolierstation vorbereitet worden seien. Zudem könnten die ansonsten dort Beschäftigten jetzt das Pflegeteam verstärken. „Verschärft wird die Personalsituation hingegen, weil Pflegekräfte, die 48 Stunden vor dem Auftreten der ersten Symptome mit den beiden infizierten Bewohner in Kontakt waren, nun ebenfalls in Quarantäne müssen“, sagt Naujoks.

Eine gute Nachricht gab es für die Städtischen Pflegeheime aber auch: Kurz bevor die Vorräte zur Neige gingen, kam eine Lieferung mit der sehnlich erwarteten Schutzausrüstung in Esslingen an.

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