Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Foto: dpa/Michael Kappeler

„Wir sind in der dritten Welle und sollten jeden schützen, den wir schützen können - schnellstmöglich.“, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn und spricht sich damit für eine schnelle Verimpfung der 1,7 Millionen Astrazeneca-Dosen aus.

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für eine schnellstmögliche Verabreichung des gesamten erwarteten Impfstoffs von Astrazeneca ausgesprochen. „Wenn jetzt 1,7 Millionen Dosen Astrazeneca am Wochenende geliefert werden mitten in der dritten Welle, macht es sehr viel Sinn für den Schutz des Einzelnen und für uns alle, wenn diese 1,7 Millionen Dosen auch schnellstmöglich verimpft werden“, sagte Spahn am Donnerstag in Berlin. „Wir sind in der dritten Welle und sollten jeden schützen, den wir schützen können - schnellstmöglich.“

Deutschlands oberster Kassenarzt Andreas Gassen hält den Impfstoff „nach wie vor für sicher“, wie er sagte. Er persönlich hätte auch als unter 60-Jähriger keine Bedenken, sich damit impfen zu lassen, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Gassen ist 58. „Die Nebenwirkungen sind selten“, sagte er. Nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) wird Astrazeneca in Deutschland in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre eingesetzt. Bei 2,7 Millionen verabreichten Astrazeneca-Dosen waren 31 Verdachtsfälle einer Hirnvenenthrombose gemeldet worden, in neun Fällen tödlich.

Gassen sagte, auf den Beipackzetteln etwa bestimmter Rheumamedikamente oder von Anti-Baby-Pillen würden „in deutlich höheren Größenordnungen gleich schwere Risiken“ genannt. „Da macht keiner großes Bohei“, so der KBV-Chef. „Nehmen Sie mal Viagra, da stehen noch ganz andere Nebenwirkungen drin.“ Für die Hausärzte, die nun in breiter Fläche mit den Corona-Impfungen beginnen, sei es kein Problem, über Astrazeneca aufzuklären. „Die Hausärzte sind ja gewohnt, dass die Patienten sie fragen.“ Die Hausärzte würden sich an die Stiko-Empfehlung halten.

Spahn sagte: „Wir haben 24, 25 Millionen Menschen in Deutschland über 60.“ Für das zweite Quartal würden etwa 15 Millionen Dosen Astrazeneca erwartet. Ausreichend Menschen würden den Impfschutz gerne annehmen. „Denn der Schutz ist gut.“ Er selbst würde sich grundsätzlich auch mit Astrazeneca impfen lassen, sagte Spahn. „Ja, wenn ich dran wäre.“ Er würde wie bei anderen Gesundheitsfragen die Sache vorher mit seinem Arzt abklären.

Die Millionen Menschen mit Astrazeneca-Erstimpfung würden ebenso wie alle anderen komplett geimpft, versprach Spahn. Hintergrund ist, dass die Stiko erst entscheiden will, wie es mit der Zweitimpfung bei Unter-60-Jährigen sein soll. „Wir werden sicherstellen, dass jeder Bundesbürger, der will, einen vollen Impfschutz bekommt und ein Impfschema, das diesen vollen Impfschutz garantiert, und sei es, indem wir ein neues Impfschema beginnen“, sagte Spahn.

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