Fünf Patienten liegen mit einer Coronaerkrankung auf der Intensivstation des Klinikums Esslingen. Foto: Roberto Bulgrin

Wie ist die Lage in Bezug auf die Coronapandemie in den Kliniken im Kreis Esslingen? Wir haben bei der Medius Klinik und dem Klinikum Esslingen nachgefragt.

Kreis Esslingen - Deutschlandweit nimmt die Auslastung der Intensivstationen aufgrund der Coronapandemie zu. Wir haben in den Kliniken im Kreis Esslingen nachgefragt: Wie ist die Lage in den Intensivstationen? Wie viele Coronapatienten werden behandelt? Wie viele Betten sind noch frei?

Fünf Patienten liegen zur Zeit mit einer Coronaerkrankung auf der Intensivstation des Esslinger Klinikums. 18 Coronapatienten seien auf der Isolierstation, sagt Klinikumssprecherin Anja Dietze. Damit werden dort insgesamt 23 Patienten, die am Coronavirus erkrankt sind, behandelt.

Die Lage am Klinikum Esslingen in der Hirschlandstraße sei in Bezug auf die Coronapandemie seit einigen Wochen stabil. Von einer entspannten Situation könne man aber nicht sprechen. Es sei eine Lage, „die wir gut im Griff haben“, so Dietze. „Wir haben das ständig im Blick.“

Täglich gebe es am Klinikum ein Monitoring. Insgesamt gibt es 21 Betten auf der Intensivstation, so Dietze. Die Intensivbetten des Krankenhauses seien nicht leer, sondern mit Patienten ohne Coronaerkrankung belegt. Das Ganze werde je nach Lage angepasst. Eine generelle Besuchsmöglichkeit gebe es derzeit nicht. Besucher dürften nur in besonderen Situationen in die Klinik kommen, beispielsweise zu Geburten.

Auch in den Medius Kliniken mit ihren Standorten in Nürtingen, Kirchheim und Ruit gilt wegen der Corona-Pandemie ein Besuchsverbot. Für die Besucher gebe es wenige Ausnahmefälle, erklärt die Sprecherin der Medius Kliniken, Iris Weichsel. Zum Beispiel gebe es eine Besuchsmöglichkeit, wenn ein Patient im Sterben liegt oder ein Kind geboren wird.

An den drei Standorten der Medius Klinik sei die Lage hinsichtlich der Coronapandemie auf einem „stabilen Niveau“. „Wir passen uns täglich dem Infektionsgeschehen an“, sagt Weichsel. Das Geschehen werde jeden Tag „sorgfältig beobachtet“. Insgesamt gebe es 33 Patienten, die mit einer Coronaviruserkrankung an den drei Klinik-Standorten behandelt werden. 18 Coronapatienten liegen in Kirchheim, sechs in Nürtingen und sieben in Ruit. „Zehn Patienten sind auf der Intensivstation“, sagt Weichsel. Vier von den zehn Patienten müssten beatmet werden.

Insgesamt gibt es an den Klinikstandorten in Nürtingen, Kirchheim und Ruit 38 Betten auf der Intensivstation, 32 seien derzeit belegt. „Das kann sich stündlich ändern“, so die Kliniksprecherin Iris Weichsel.

Nächtliche Ausgangssperre im Kreis Esslingen

Was passiert: Das Landratsamt Esslingen hat am Montagnachmittag bekannt gegeben, dass ab diesem Mittwoch, 14. April, eine nächtliche Ausgangsbeschränkung im Landkreis gilt. Ab dann darf die eigene Wohnung in der Zeit von 21 bis 5 Uhr nur mit triftigem Grund verlassen werden – beispielsweise zur Ausübung des Berufs oder zur Inanspruchnahme medizinischer Leistungen. Die nächtliche Ausgangssperre gilt auch in den Landkreisen Ludwigsburg, Göppingen, Ostalb- und  Rems-Murr-Kreis. 
Begründung: Laut Corona-Verordnung des Landes müssen Landkreise, die deutlich über einem Inzidenzwert von 100 bleiben, nächtliche Ausgangssperren als letztes Mittel  in Betracht ziehen. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Landrat Heinz Eininger. Dabei sei nicht nur die Inzidenz in den Blick genommen worden, sondern die gesamte Pandemie-Lage. Die gemeinsame Kraftanstrengung in der Region sei notwendig, um die dritte Welle zu bewältigen. (gg) 

Aktuelle Meldungen, wissenswerte Hintergründe und nützliche Tipps – in unserem Dossier bündeln wir alle Artikel zu Corona.