Zahlreiche Baden-Württemberger sind derzeit zum Skifahren in Südtirol. Foto: imago/blickwinkel/G. Fischer

Noch hat das Robert-Koch-Institut Südtirol nicht zum Corona-Risikogebiet erklärt. Auffällig ist jedoch, dass zahlreiche der in Baden-Württemberg erkrankten Menschen dort zuvor Urlaub gemacht haben.

Stuttgart - Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg steigt weiter. Am Mittwoch hat das Landesgesundheitsamt in Stuttgart sieben neue Fälle gemeldet. Somit sind nun 44 Menschen im Land infiziert. Betroffen sind aktuell Freiburg (3 Fälle), der Bodenseekreis (1 Fall) und Ulm (3 Fälle). Auffällig ist, dass zahlreiche der Betroffenen zuvor in Südtirol Urlaub gemacht haben. Das bestätigt auch Markus Jox, der Pressesprecher des baden-württembergischen Sozialministeriums: „Südtirol ist bei uns daher durchaus ein Thema.“ Dennoch wird die italienische Provinz vom Robert-Koch-Institut (RKI) derzeit nicht als Risikogebiet eingestuft. „Es kann aber gut sein, dass sich das noch heute oder morgen ändert“, sagte Jox weiter.

So legt das RKI Risikogebiete fest

Das RKI, eine selbstständige deutsche Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten mit Sitz in Berlin, hat aktuell in Italien die Region Emilia-Romagna, die Region Lombardei und die Stadt Vo in der Region Venetien als Risikogebiete eingestuft. „Zu Südtirol kann ich noch nichts sagen“, erklärt die RKI-Pressesprecherin Susanne Glasmacher auf Anfrage unserer Zeitung. Das RKI wertet Städte oder Regionen dann als Risikogebiete, wenn dort eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. „Um dies festzulegen, verwendet das RKI verschiedene Indikatoren, etwa Erkrankungshäufigkeit, Dynamik der Fallzahlen“, so Glasmacher weiter. Man könne sich im Internet auf einer laufend aktualisierten Seite des Instituts informieren.

Familien sind in häuslicher Isolation

Bei den nun bestätigten Fällen aus dem Raum Freiburg handelt es sich nach Angaben des Sozialministeriums unter anderem um einen Mann (Jahrgang 1966), der sich zuvor in Obereggen in Südtirol aufgehalten hatte sowie um einen weiteren Südtirol-Rückkehrer: Der Mann (Jahrgang 1957), der in Wolkenstein weilte, zeigt milde Symptome. Auch ein Mädchen (Jahrgang 2008) sei als Kontaktperson ihres Vaters an Fieber, Schwindel sowie Kopfschmerzen erkrankt und befinde sich, wie die beiden anderen Fälle, in häuslicher Isolation. Bei den Fällen in Ulm handelt es sich um drei Mitglieder von insgesamt vier Familien, die während der Faschingsferien gemeinsam in Südtirol waren. Laut Ministerium sind zwei Männer (48 und 53 Jahre) und ein 12-Jähriger erkrankt. Alle vier Familien befinden sich derzeit in häuslicher Isolation.

Bei italienischen Urlaubern angesteckt?

Bereits am Dienstag hatte das Landessozialministerium zwei Infektionen mit dem Coronavirus bekannt gegeben. Beim ersten Fall handelt es sich um einen 61-Jährigen aus dem Zollernalbkreis, der als Mitglied einer Reisegruppe zum Skifahren in Südtirol und am Wochenende zurückgekehrt war. Er befindet sich derzeitig in häuslicher Isolation. Ein weiterer bestätigter Fall kommt aus dem Stadtkreis Ulm. Die 45-jährige Frau kam ebenfalls aus dem Skiurlaub in Südtirol und wird derzeit in der Universitätsklinik Ulm isoliert versorgt. Markus Jox sagt dazu, dass die Betroffenen in den Bergen Kontakt zu Urlaubern aus den verschiedensten Regionen in Italien hatten: „Sie können sich somit etwa bei jemandem aus Mailand angesteckt haben.“

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