Die erste Landesgartenschau am Bodensee war ursprünglich bereits für 2020 geplant gewesen, war aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben worden. Foto: dpa/Felix Kästle

Die Corona-Fallzahlen im Südwesten steigen - so auch am Bodensee. Die Tore der Landesgartenschau in Überlingen müssen deshalb erstmal zu bleiben. Für den Tourismus am See befürchten die Macher nichts Gutes.

Überlingen - Der Geschäftsführer der Landesgartenschau (LGS) Überlingen befürchtet durch die verschobene Öffnung aufgrund zu hoher Corona-Fallzahlen Einbußen für den Tourismus am Bodensee. Durch die Gartenausstellung sei auch die Hoffnung verbunden, den Tourismus in der Region langfristig zu stärken, sagte LGS-Geschäftsführer Roland Leitner der Deutschen Presse-Agentur. „Es wäre schade, wenn diese Initialzündung nun verloren ginge.“

Es habe bereits einen geringen Rücklauf an Dauerkarten gegeben. Dennoch seien bereits rund 17 000 Dauertickets für die Gartenausstellung am Bodensee verkauft worden und rund 44 000 Tageskarten. Er hoffe, dass die Ausstellung Ende April bis Anfang Mai öffnen könne und viele Menschen dann ihren zuvor geplanten Besuch nachholen, so Leitner.

Jeder Tag ohne Öffnung koste viel Geld

Denn jeder Tag ohne Öffnung koste viel Geld. Leitner schätzt, dass ihnen zwischen 45 000 und 50 000 Euro pro Tag entgingen, solange die Ausstellung noch geschlossen sei. Wie groß die Verluste wirklich seien, lasse sich aber erst im Rückblick sagen.

Weil die Sieben-Tage-Inzidenz im Bodenseekreis drei Tage in Folge über den Wert von 100 gestiegen war, hatte das Landratsamt die Notbremse gezogen. Damit durfte die Landesgartenschau nicht wie geplant zum 9. April öffnen. Die Ausstellung gilt rechtlich als botanischer Garten, diese dürfen derzeit nur bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 öffnen. Sobald die Inzidenz an fünf Tagen in Folge unter 100 bleibt, kann die Gartenschau Besucher empfangen.

Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, sagte Leitner. Anders als im vorigen Jahr, als die Gartenschau erstmals wegen der Pandemie verschoben werden musste, hätten sie dieses Mal nicht sofort alles gestoppt, sondern es werde dieses Jahr alles fertiggestellt. Das Team der Gartenschau benötige dennoch eine Woche Vorlauf nach einer Entscheidung zur Öffnung. Die meisten Menschen hätten Verständnis für die Absage, sagte Leitner. „Das Signal einer Öffnung wäre das falsche gewesen.“ Man könne derzeit nicht sagen, kommt alle nach Überlingen.

Die erste Landesgartenschau war ursprünglich für 2020 geplant

Die Macher haben ein umfassendes Hygienekonzept vorgelegt, auf dem Gelände gibt es Zählanlagen und Ampeln, die anzeigen, wenn sich zu viele Menschen gleichzeitig in bestimmten Bereichen der Ausstellung aufhalten. Doch letztlich lasse sich nicht vermeiden, dass sich Besucher der Ausstellung und andere Gäste etwa an der Uferpromenade vermischten und es zu voll werde, so Leitner.

Deshalb habe man sich bewusst nicht um eine Sondergenehmigung wie für das Blühende Barock in Ludwigsburg bemüht. Die Situation mit engen Gassen sei in Überlingen eine ganz andere und derzeit nicht zu verantworten. Auch wenn er sich um die Auswirkungen für den Tourismus sorge, gelte: „Wenn wir öffnen, muss es sicher sein.“

Die erste Landesgartenschau am Bodensee war ursprünglich bereits für 2020 geplant gewesen, war aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben worden. Die Gartenausstellung soll bislang bis zum 17. Oktober von Konzerten, Sport- und Informationsveranstaltungen begleitet werden. Auch im bayerischen Lindau am Bodensee ist von Mai an eine Landesgartenschau geplant.

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