Firmen, die wegen der Corona-Krise in Liquiditätsschwierigkeiten geraten, können Kredite bei der KfW erhalten. Die Nachfrage ist groß. Foto: imago/Sascha Steinach

Bei Firmenkrediten des Bundes zur Überbrückung der Corona-Krise liegt Baden-Württemberg nur an vierter Stelle. Mehr Geld fließt nach Bayern, NRW und Niedersachsen.

Berlin - Die Hilfsprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Unternehmen, die unter der Corona-Krise leiden, werden ausgesprochen rege nachgefragt. Das geht aus Unterlagen der KfW hervor, die unserer Zeitung vorliegen. Danach hat es bis zum Stichtag 31. Mai 2020 deutschlandweit insgesamt Zusagen der KfW für 52 142 Firmenkredite gegeben. Sie haben ein Gesamtvolumen von fast 28 Milliarden Euro.

 

Bayern erhält mehr als doppelt so viele Mittel

Nach Baden-Württemberg fließen im Rahmen dieser Firmenkredite knapp über drei Milliarden Euro, die sich auf 7841 einzelne Firmenkredite verteilen. Damit steht der Südwesten an vierter Stelle der deutschen Bundesländer. Mehr als doppelt so viele Mittel fließen jeweils nach Bayern (rund 7 Milliarden Euro) und Nordrhein-Westfalen (rund 6,5 Milliarden Euro). Auch Niedersachsen erhält mit 3,5 Milliarden Euro eine höhere Kreditsumme. Auffallend ist, dass die Zahl der vergebenen Kredite für Nordrhein-Westfalen bei weitem am größten ist. In das größte deutsche Bundesland gehen 13 435 Kredite, nach Bayern 8425 und nach Baden-Württemberg 7841.

Im Südwesten geht das höchste Kreditvolumen nach Stuttgart

Im Südwesten fließt das meiste Geld, rund 295 Millionen Euro, in den Stadtkreis Stuttgart, wo bis Ende Mai 468 Kreditzusagen erteilt worden sind. Mit jeweils knapp 137 Millionen folgen Ravensburg und der Rems-Murr-Kreis. Esslingen erhält Kredite in einer bisherigen Gesamthöhe von knapp 123 Millionen Euro. Auffallend ist, dass aus Esslingen hinter Stuttgart die höchste Zahl der bewilligten Kreditanträge gekommen ist, nämlich 343.

Die Interpretation der Zahlen ist nicht eindeutig. Aber dass aus Bayern mehr Kreditanträge bewilligt wurden und die zugesagten Mittel mehr als doppelt so hoch sind, mag darauf hindeuten, dass sich die Wirtschaft in Baden-Württemberg in Corona-Zeiten vergleichsweise robust zeigt.

Ziel ist die Sicherung der Liquidität

Die ausgezahlten Summen sollen vor allem klein- und mittelständische Unternehmen stützen. Ziel ist, die Liquidität aufrecht zu erhalten, damit die Firmen für laufende Kosten wie Miete, Energie- und Personalkosten weiter aufkommen können. Bereits im März hatte die Koalition angekündigt, Unternehmen mit unbegrenzten Kreditprogrammen helfen zu wollen. Die Mittel kommen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Den Antrag für die Inanspruchnahme von Krediten aus den Sonderprogrammen muss aber von den Unternehmen in der Regel bei ihren jeweiligen Finanzierungspartnern (also in er Regel Banken oder Sparkassen) gestellt werden. Zugesagte Kredite müssen nicht in voller Höhe in Anspruch genommen werden.