Der Christkindlesmarkt in Ravensburg wird von vielen tausend Menschen besucht. Foto: Oberschwaben Touristik

Mit einem makabren Posting hat ein Mann in Ravensburg für Aufregung gesorgt. Weil die Polizei einen Bombenanschlag auf den Christkindlesmarkt befürchtete, verstärkte sie ihre Streifen. Mittlerweile hat sie einen Mann festgenommen.

Ravensburg - Makabrer Scherz oder echte Bombendrohung? Der Staatsschutz der Friedrichshafener Kriminalpolizei hat einen 19-jährigen Asylbewerber aus Afghanistan festgenommen. Er soll ein Bild auf der Internet-Plattform Instagram veröffentlicht haben, das wie die Ankündigung eines Bombenanschlags auf den Christkindlesmarkt in Ravensburg wirkte. Auf dem Bild seien im Vordergrund drei symbolische Bomben mit brennender Lunte, im Hintergrund der Weihnachtsmarkt zu sehen gewesen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Polizeipräsidiums Konstanz und der für Staatsschutzdelikte zuständigen Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Stuttgart.

Polizei nimmt Drohung ernst

Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin durch den Tunesier Anis Amri im vergangenen Jahr habe man die Drohung ernst genommen. So seien sofort, nachdem eine Bürgerin der Polizei am frühen Freitagmorgen von dem Bild im Internet berichtet hatte, die Polizeistreifen auf dem Christkindlesmarkt verstärkt worden. Gleichzeitig habe die Kripo intensive Ermittlungen aufgenommen. Sie hätten mittlerweile zu einem 19-jährigen Mann geführt. Am späten Vormittag sei er bei einem Unterricht für Asylbewerber in Ravensburg vorläufig festgenommen worden.

Keine Hinweise auf Anschlagspläne

Während eines ersten Verhörs habe der junge Afghane eingeräumt, das Bild gepostet zu haben. Dies sei aber lediglich ein Spaß gewesen, sagte er. Die von der Staatsanwaltschaft beantragte Durchsuchung von zwei Wohnungen, in denen sich der junge Mann regelmäßig aufhalte, habe keine weiteren Hinweise auf etwaige Anschlagspläne erbracht. Auch die eingesetzten Sprengstoffspürhunde hätten nichts gefunden, erklärte die Polizei. Der Tatverdächtige habe sich aber wegen der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten zu verantworten, erklärte die Staatsanwaltschaft.

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