Christian Gross (links) und Cacau – damals gemeinsam beim VfB Stuttgart. Foto: dpa/Bernd Weissbrod

Mit dem FC Basel sorgte er in Europa für Aufsehen – den VfB Stuttgart führte er aus der Abstiegszone in den europäischen Wettbewerb. Jetzt hat Christian Gross das Ende seiner Trainerlaufbahn verkündet.

Stuttgart - In seinem ersten Spiel als Trainer des VfB Stuttgart stellte er mit seinem neuen Team gleich einen Champions-League-Rekord auf: Beim 3:1-Heimsieg gegen den rumänischen Vertreter Unirea Urziceni trafen Ciprian Marica (5.), Christian Träsch (8.) und Pavel Pogrebnyak (11.) – ein Einstand nach Maß für Christian Gross. Keiner Mannschaft in der europäischen Königsklasse war es zuvor gelungen, nach so kurzer Spielzeit eine 3:0-Führung herauszuspielen. Durch den Erfolg erreichte der VfB zum zweiten Mal in seiner Geschichte das Achtelfinale.

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Gross folgte im Dezember 2009 auf Markus Babbel. Denn in der Bundesliga lief es für die Brustringträger im Gegensatz zur Champions League sportlich weniger gut – und wie so oft in der Geschichte des schwäbischen Traditionsvereins erfolgte als Reaktion auf die Talfahrt in der Tabelle ein Trainerwechsel. Dem Schweizer mit der markanten Glatze gelang in der Folge ein beachtlicher Aufschwung. Gross führte den VfB Stuttgart nicht nur aus der Abstiegszone, sondern schaffte mit einem 1:1 bei der TSG Hoffenheim am letzten Spieltag sogar den Sprung in die Europa League – bevor auch er im Oktober 2010 schließlich entlassen und von Jens Keller beerbt wurde.

Erfolgreichster Schweizer Vereinstrainer

In dieser Woche hat Christian Gross schließlich das Ende seiner Trainerlaufbahn verkündet. Der 65-Jährige, der auch Tottenham Hotspur, den FC Basel sowie die Young Boys Bern betreut hatte und zuletzt bei Al-Ahli Dschidda in Saudi-Arabien unter Vertrag stand, blickt demnach auf eine „großartige Zeit“ zurück. „Ich hatte das Glück, bei einigen tollen Vereinen Trainer sein zu dürfen und mit Weltklassespielern zu arbeiten“, wird Gross bei Transfermarkt.de zitiert. Künftig wolle er sich auf die Beratung und das Management von Trainern konzentrieren.

In seiner 32-jährigen Karriere als Coach gewann der Polizistensohn aus Zürich-Höngg nicht weniger als 15 Titel und ist somit der erfolgreichste Schweizer Vereinstrainer. Dazu wurde Christian Gross in seiner Heimat insgesamt neun Mal zum Trainer des Jahres gewählt – bis heute ein einsamer Rekord.

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