Anfang März wird mit dem Abriss des Breuninger-Parkhauses für einen neuen Mobilty Hub begonnen. Die B-14-Rampe zum Charlottenplatz soll dann von Ende Mai an gesperrt werden.
Nun steht der Zeitplan: Der Abriss des Breuninger-Parkhauses an der Hauptstätter Straße beginnt am 4. März. Auf dem Areal im Bohnenviertel entsteht neben dem Haus für Film und Medien auch ein neuer Mobility Hub. Dafür muss die B-14-Rampe zum Charlottenplatz gesperrt werden, ein Umstand, der in der Kritik steht. Außerdem wird der Verkehr ab Ende Mai über die Esslinger Straße umgeleitet – die Stadt rechnet mit immerhin 4000 Fahrzeugen am Tag.
Alle Arten der Mobilität in nachhaltiger Bauweise
Wie die Breuninger GmbH am Mittwoch bekannt gab, hat die Stadt nunmehr die Baugenehmigung für den sogenannten Mobility Hub erteilt. Auf circa 25 000 Quadratmetern am Rande des Leonhardviertels sollen verschiedene Mobilitätsformen verknüpft werden. Der Neubau bietet neben rund 480 Pkw-Parkplätzen auch 150 Fahrrad-Stellplätze sowie Carsharing-Angebote, vielfältige Ladeinfrastrukturen und weitere Dienstleistung rund um die Themen Mobilität und Innovationen an. Breuninger spricht von einem neuen Drehkreuz für die Innenstadt. Egal, ob E-Bike, Scooter, Fahrrad, Pkw oder ÖPNV – hier solle sich in Zukunft die Fortbewegungsmethode unkompliziert und nach individuellem Bedarf wechseln lassen.
Zudem legt das Bekleidungshaus einen Fokus auf Nachhaltigkeit. So soll der Bau in flexibler Holzbauweise erstellt werden und über eine großzügig begrünte Außenfläche verfügen. Photovoltaik-Segel dienen der Stromerzeugung, Retentionsdächer der umweltfreundlichen Wassernutzung. „Von diesem richtungsweisenden Projekt sollen nicht nur unsere Kundinnen und Kunden profitieren, sondern alle Stuttgarter“, betont Breuninger-Geschäftsführer Holger Blecker. „Als Teil der Stadtgemeinschaft in Stuttgart wollen wir eine zukunftsfähige Vision von Parkmöglichkeiten und Mobilität schaffen – und damit unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung leisten“, sagt Blecker. Er hoffe, dass dadurch das gesamte Quartier aufgewertet werde, wovon auch der Einzelhandel profitieren soll.
Besucher müssen auf andere Parkhäuser ausweichen
Ab Montag, 4. März, ist das Breuninger-Parkhaus geschlossen „und auch nicht mehr zugänglich“, warnt Jochen Merkle von der Presse-Company, dem eigens für das Projekt engagierten Kommunikationsbüro. Kunden müssen auf andere Parkhäuser im Umfeld ausweichen. Dann soll auch mit dem Rückbau begonnen werden. Das Baufeld werde so gesichert, dass dabei noch keine Sperrung der B-14-Rampe zum Charlottenplatz notwendig ist. Gleichzeitig beginnen am 12. März auch vorbereitende Maßnahmen für die geplante Umleitung des Verkehrs am Leonhardsplatz. Eine Woche später muss auch die Esslinger Straße dafür teilweise gesperrt werden. Dies erfolge in Absprache mit der Straßenverkehrsbehörde aber in Abschnitten, die Zufahrten zu den Anliegerstraßen im Bohnenviertel bleiben weiter möglich.
Umleitung für den Verkehr über die Esslinger Straße
Die für den Bau erforderliche Sperrung der B-14-Rampe soll dann Ende Mai erfolgen. Die Stadt geht derzeit von zunächst zwei Jahren aus. Da aber erst im Anschluss an den Mobility Hub mit dem Bau des Hauses für Film und Medien begonnen werden soll, befürchten Kritiker eine sehr viel längere Sperrung. Der Verkehr soll nach dem Willen der Stadt über die Esslinger Straße hinter dem Breuninger-Parkhaus abgeleitet werden. Das hatte bereits im Vorfeld für teils heftige Diskussionen gesorgt. Denn in der schmalen Straße muss der Gehweg großteils der Fahrbahn zugeschlagen werden, um die täglich bis zu 4000 Fahrzeuge verkraften zu können, die heute in Richtung Charlottenplatz unterwegs sind. Die Händler bangen angesichts der dann unattraktiven Umstände für Kunden um ihre Existenz. Eine von den Grünen geforderte Alternativroute über den Wender am Gebhard-Müller-Platz, um auf die Planie zu gelangen, lehnt die Stadt nach wie vor ab, da der Bereich mittelfristig durch S-21-Arbeiten belegt sein wird. Ein im Januar von den Stadträten im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik gefordertes Lastwagenverbot – ausgenommen Lieferverkehr – in der Esslinger Straße wird laut Stadtverwaltung hingegen angeordnet.