Robert Lewandowski markierte das 3:0 für die Bayern – sein insgesamt 50. Treffer in der Champions League. Foto: dpa

1899 Hoffenheim hat die K.o.-Phase der Champions League verpasst. Der FC Bayern München hat durch ein souveränes 5:1 gegen Benfica Lissabon das Achtelfinale dagegen sicher.

München/Sinsheim - Erleichterung bei Niko Kovac, Enttäuschung bei Julian Nagelsmann: Während Rekordmeister Bayern München durch das souveräne 5:1 (3:0) gegen Benfica Lissabon zum elften Mal in Folge im Achtelfinale der Champions League steht und Trainer Kovac wohl durchatmen kann, haben Nagelsmann und die TSG Hoffenheim nach dem 2:3 (2:2) gegen Schachtjor Donezk alle Hoffnungen auf das Weiterkommen in der Königsklasse verspielt.

Nach zähem Anfang stellte Arjen Robben (13., 30.) mit zwei sehenswerten Treffern die Weichen auf Sieg für die mit dem nahezu letzten Aufgebot angetretenen Münchner, die sich dennoch formverbessert zeigten. Per Kopf erhöhte Robert Lewandowski (36.) mit seinem 50. Tor in der Königsklasse. Auch das 4:1 ging wieder per Kopf (51.) auf das Konto des Polen. Franck Ribery (76.) schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe. Gedson Fernandes (46.) verkürzte vor 70.000 Zuschauern zwischenzeitlich für Benfica 50 Sekunden nach seiner Einwechslung. Im abschließenden Spiel der Vorrunde in der Königsklasse reicht der Kovac-Elf am 12. Dezember bei Ajax Amsterdam, das 2:0 bei AEK Athen gewann, ein Unentschieden zum Gruppensieg.

Werder empfängt Bayern

Am Samstag müssen die Bayern die Leistung in der Bundesliga bei Werder Bremen bestätigen, ansonsten dürfte die Debatte um Kovac erneut beginnen. Präsident Uli Hoeneß hatte ihm am letzten Samstag lediglich eine Garantie für das Benfica-Spiel ausgestellt, als Nachfolger war bereits Arsene Wenger gehandelt worden. Die Münchner präsentierten sich im Endspiel für Kovac nach der heftigen Schelte von Hoeneß vor allem mannschaftlich geschlossener als zuletzt und legten etwas mehr Wert auf Stabilität. Das derzeit ebenfalls strauchelnde Benfica um seinen wackelnden Trainer Rui Vitoria war allerdings auch ein dankbarer Aufbaugegner.

Für Hoffenheim, das auch im fünften Spiel in der Champions League ohne Sieg blieb, stehen nach der Last-Minute-Niederlage gegen die Ukrainer auch die Chancen auf den „Trostpreis“ Europa League stehen äußerst schlecht. Der kroatische Vize-Weltmeister Andrej Kramaric (17.) und der Schweizer WM-Teilnehmer Steven Zuber (40.) trafen für Hoffenheim. Ismaily (14.) und Taison (15./90.+2) waren für Donezk erfolgreich. TSG-Stürmer Adam Szalai sah die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels (60.).

Fernduell mit Donezk

In zwei Wochen müssen die Hoffenheimer bei Manchester City antreten - und hoffen, zumindest noch Schachtjor im Fernduell vom dritten Platz der Gruppe F zu verdrängen. Vor der Partie ging es für TSG-Trainer Julian Nagelsmann in erster Linie darum, die Defensiv-Schwäche seiner Mannschaft in den Griff zu bekommen. „Im Grunde müssen wir nur besser verteidigen, das ist der Schlüssel“, sagte der 31-Jährige, dessen Team in den vier Partien zuvor bereits neun Gegentore kassiert hatte. Die Profis hatten ihrem Coach aber offensichtlich nicht zugehört. Die Gastgeber, bei denen Dennis Geiger, Benjamin Hübner, Nadiem Amiri, Lukas Rupp, Joelinton und der gesperrte Kasim Adams fehlten, waren zu Beginn vollkommen unkonzentriert.

Die schwache Anfangsphase der Hoffenheimer wurde von Donezk sofort bestraft. Bei den beiden schnellen Gegentoren war das Abwehrverhalten erneut mangelhaft. Vor allem Kapitän Kevin Vogt, Harvard Nordtveit und Nationalspieler Nico Schulz machten keine gute Figur. Dennoch waren die Kraichgauer unter den Augen der 22.920 Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena nur kurz geschockt und gestalteten die Partie nach dem schnellen Ausgleich vollkommen offen. Die Kraichgauer drängten auch in Unterzahl weiter auf das dritte Tor, mit der Zeit schwanden aber die Kräfte. Kurz vor dem Abpfiff trafen die Gäste den Pfosten. Wenig später zerstörte Taison alle Hoffnungen der Hoffenheimer.

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