Car2Go ist in vielen Städten am Markt – auch in Stuttgart Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Vor zwei Wochen hat Car2Go darüber informiert, dass am 2. November das Geschäftsgebiet in und um Stuttgart verkleinert wird. Und was macht die Rathauspolitik, fragt sich Redakteur Thomas Durchdenwald.

Stuttgart - Zwei Wochen vor den am 2. November in Kraft tretenden Veränderungen hat Car2go darüber informiert – das kann man gegenüber den Kunden durchaus als Überrumpelungstaktik verstehen. Und es ist wohl auch ein Versuch, Fakten zu schaffen, bevor die Kritik aus den sich benachteiligt fühlenden Stadtteilen und Gebieten zu laut wird. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es kaum zu beanstanden, dass die Daimler-Tochter sich auf die Gebiete konzentriert, die attraktiver für Kunden (und damit das Unternehmen) sind, und dort, wo ein höherer Aufwand für Rückholaktionen nötig ist, an der Gebührenschraube dreht. Allerdings ist die Frage schon berechtigt: Warum wird die Extragebühr für die vier Nachbarstädte als Lösung angeboten, für die Stuttgarter Stadtteile am Rand aber nicht? Darauf gibt Car2go keine Antwort – zumindest keine, die überzeugt.

Viele offene Fragen

Aber es gibt weitere Fragen, die offen sind: Soll die Stadt für ein notwendiges, stadtweites Angebot Zuschüsse bezahlen, wie sie es bei Leihrädern der Bahn tut? Ist die Subventionierung einer Tochter eines gut verdienenden Autokonzerns zu vertreten? Soll die Stadt, die Car2go den Weg geebnet hat, andere Anbieter stärker fördern? Die Antworten sind schwierig, auch deshalb, weil die Mietmodelle in Kombination mit den E-Fahrzeugen zwar innerstädtisch durchaus Konkurrenz, aber auch eine Ergänzung zum ÖPNV sind und einen Beitrag im Kampf gegen die Luftverschmutzung leisten. Das ist politisch gewollt. Das Rathaus reagiert bisher leise. Auch deshalb ist die Überrumpelungstaktik von Car2go aufgegangen. Dabei muss es nicht bleiben.

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