Kabarettist Ottfried Fischer(rechts) mit VfB-Präsident Bernd Wahler Foto: Sage

Über die Kostümierung beim Cannstatter Volksfest hat sich der Kabarettist Ottfried Fischer lustig gemacht. „Warum tragen die Menschen hier bayerische Tracht?“, fragte er beim „Wasengipfel“ in der Grandl-Loge, „müsst ihr alles den Münchnern nachmachen?“

Stuttgart - Er trägt jetzt Schnauzer, der Ur-Bayer Ottfried Fischer, der genau weiß, wohin er mit seiner knallroten Trachtenweste fahren muss, wenn daheim die Wiesn rum ist - auf den Wasen. In der Loge von Hans-Peter Grandl war der 61-jährige Kabarettist Ehrengast beim „Wasengipfel“, zu dem die Dekra alle zwei Jahre Entscheidungsträger der Stadt und andere Wichtigs bittet. Der stabil gebaute Mann aus München amüsierte sich köstlich. Vor allem über die Schwaben.

„Otti“, wie ihn alle nennen, machte sich über den hiesigen Volksstamm lustig. Für einen wie ihn gehört es sich halt, überall Spott auszuteilen. Nicht sehr originell fand er die Kostümierung auf dem Cannstatter Volksfest. „Bayerische Tracht und Dirndl kann man doch nur tragen, wenn man in Bayern ist“, polterte er, „oder ein Bayer darf’s anziehen, der außerhalb seines Landes unterwegs ist.“ Alles andere sei Karneval. Sei man denn in Stuttgart kein bisschen selbstbewusst? Warum kopiere man hier mit der Kleidung das Oktoberfest?

Dabei müssen die Münchner und die Stuttgarter zusammenhalten – als Leidensgemeinschaft. „Was ist der kürzeste Witz in München?“ fragte Fischer in die Runde. Seine Antwort: „1860“. Er ist kein Fan vom FC Bayern, sondern von den Löwen. Die Runde um ihn kannte auch noch den „kürzesten Witz“ von Stuttgart. Er lautet: „VfB“.

Es geht wild hin und her

Das sind nicht die Witze, über die VfB-Präsident Bernd Wahler lachen mag. Vor dem Wasen drückt er sich nicht, auch wenn’s für ihn zum Spießrutenlauf wird. Die rote Jacke von „Otti“ gefiel ihm, und er lachte über dessen Frage: „Hat der VfB seine Punkte bei den Weight Watchers abgegeben?“ Das Feiern ist Wahler nicht vergangen. Von der Grandl-Loge wechselte er in die Sansibar zur Breuninger-Party beim Göckelesmaier.

Beim „Wasengipfel“ freute sich Ottfried Fischer derweil über einen guten Freund – über den früheren Nationalspieler Hansi Müller, den er „Supermann“ nennt. Die beiden haben sich vor vielen Jahren in „Waldis WM-Club“ auf Anhieb gut verstanden. Der „Otti“ und der Hansi sind Meister im schnellen Erzählen von Witzen. Wild ging es hin und her. Fischer holte sich den größten Lacher mit diesem Kalauer: „Wie heißt die E-Mail-Adresse vom Papst? Urbi@Orbi.“

Seit vielen Jahr kennt Ottfried Fischer die „Wasengipfel“-Organisatorin Maxi von Bleyle, die so gut vernetzt ist wie kaum eine andere in Stuttgart. Wenn „die Maxi“ ruft, kommen alle. Gesehen: Südwestbank-Chef Wolfgang Kuhn, Binder-Optik-Chef Helmut Baur, Mainau-Graf Björn Bernadotte, CDU-Landeschef Thomas Strobl u.v.a.

Prächtig amüsiert hat sich „Otti“ im schwäbischen Karneval. Doch was macht er, wenn bald auch der Wasen rum ist?

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