Silvia Rehm leitet seit 1995 das Untertürkheimer Kinder- und Jugendhaus Café Ratz. Seither hat sich viel verändert. Foto: Michael Steinert

Zum 35. Geburtstag des Café Ratz spricht die Hausleiterin Silvia Rehm über neue und alte Bedürfnisse von Jugendlichen.

Untertürkheim – Das Untertürkheimer Café Ratz feiert in diesem Jahr seinen 35. Geburtstag. Hausleiterin Silvia Rehm ist davon überzeugt, dass die Kinder- und Jugendhäuser nach wie vor wichtige Aufgaben in unserer Gesellschaft erfüllen.
Frau Rehm, wieso eigentlich Café Ratz, woher kommt der Name?
(lacht) Das ist ein bisschen peinlich. Ende der 1980-er Jahre gab es so einen Trend; da brauchten plötzlich alle Kinder- und Jugendhäuser einen Namen. Früher gab es hier zwei Kollegen, die wurden Ratz und Rübe genannt – und daher kommt der Name. Er hat also keinen tieferen Sinn.

Und was genau macht das Café Ratz?
Wir sind ein Haus mit einer großen räumlichen Nähe zur Grund- und Werkrealschule Luginslandschule. Wir arbeiten schon sehr lange eng zusammen. Auch schon zu einer Zeit – ich sage das jetzt mal etwas böse –, als Kooperationen mit Schulen fast noch kein Thema unter Sozialpädagogen waren. Außerdem haben wir versucht, uns als Stadtteilhaus zu etablieren. Es gibt nicht mehr viele Jugendhäuser, die Livekonzerte veranstalten, weil das in Stuttgart inzwischen sehr schwierig geworden ist. In den Clubs gibt es einfach wahnsinnig viele Konzerte. Aber wir machen das weiter und bieten auch ganz jungen Bands eine Plattform. Außerdem haben wir noch einen erlebnispädagogischen Schwerpunkt mit Kletterwand und vielen anderen Aktionen.

Und was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Aufgaben?
Stichwort Beziehungsarbeit – unsere Arbeit steht und fällt mit dem Kontakt zu den Jugendlichen. Wir müssen und wollen Vertrauenspersonen und Ansprechpartner für sie sein. Außerdem haben wir natürlich auch eine Treffpunkt-Funktion. Für viele der Kids ist das Programm gar nicht so wichtig; die kommen, um zu chillen und um sich mit Freunden zu treffen.
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