Antonella Leitao denkt sich die Eiskreationen im Café da Luana aus – ihr Mann Luis rührt es zusammen. Foto: Simon Granville

Das Café Da Luana hat nach zehn Jahren an der Stuttgarter Straße jetzt am Viehmarkt neu eröffnet.

Es ist 11 Uhr am ersten Tag der Eröffnung des Cafés Da Luana am neuen Standort am Viehmarktplatz 3. Um 12 Uhr soll sich offiziell die Tür für die Gäste öffnen. Zuvor wollten sich Antonella und Luis Leitao noch etwas Zeit nehmen für das Gespräch mit der Journalistin. Doch eine Gruppe Kita-Kinder und samt Erzieherinnen und Erziehern steht ebenfalls schon vor dem Eissalon und hat Lust auf die süßkalten Leckereien. „Gebt uns fünf Minuten“, sagt Luis Leitao nach einem kurzen Blick auf die Kids. Während er die Behälter mit den verschiedenen Eissorten in die Vitrine legt, drücken sich die Kleinen bereits erwartungsvoll die Nasen an den Scheiben platt.

 

Dann ist es endlich soweit: Nach und nach treten die Kinder mit ihren Betreuern an die Auslage und treffen ihre Wahl, was manchmal reiflicher Überlegung bedarf. „Das gelbe“, sagt ein Steppke und zeigt auf das Mangoeis. „Das Fairtrade-Früchtepüree dafür kaufen wir im Eine-Welt-Laden hier am Ort“, erklärt Antonella Leitao. Überhaupt legten sie und ihr Mann beim Einkauf der Produkte großen Wert auf lokale und regionale Waren, meistens in Bio-Qualität. „Es wird alles vor Ort gekauft. Ich habe selbst schon in Merklingen auf dem Feld Früchte für unser Erdbeereis gepflückt“, sagte sie schmunzelnd und fügt hinzu: „Ich glaube, wir sind das einzige italienische Lokal hier, das kein italienisches, sondern einheimisches Mineralwasser verkauft.“

Bereits als Kind beim Eismachen geholfen

Antonella Leitao stammt aus einer italienischen Eismacher-Familie. Schon der Großvater, der in den 1950er-Jahren nach Deutschland kam, fing mit der Zubereitung des leckeren Gelato aus seiner Heimat an. Der Sohn setzte die Tradition fort – und dessen Tochter Antonella hatte schon als Kind viel Spaß dabei, ihrem Vater beim Eismachen zu helfen, wie sie erzählt. Bereits in jungen Jahren kreierte sie ihre erste Eissorte aus Vollmilchschokolade, Amarenakirschen und Krokantstreusel. „Das machen wir heute immer noch“, sagt sie lachend. „Wir haben fast jeden Tag etwas Besonderes im Angebot, zum Beispiel heute für die Eröffnung Panna-Cotta-Eis mit Wilderdbeeren.“ Sie habe schon viele besondere Sorten gemacht, mit Lavendel oder Matcha-Tee oder auch aus lilafarbenen Kartoffeln. „Die Kunden probieren gerne vieles aus“, so ihre Beobachtung. Gerade war sie auf der Gelatissimo in Stuttgart, einer Fachmesse für Speiseeis. „Es wird noch viel Neues kommen“, verspricht sie vielsagend.

„Ich bin die Kreative“, erzählt Antonella, „und mein Mann macht’s“, fügt die 48-Jährige mit einem Blick auf Luis Leitao hinzu. Morgens um 7 Uhr legt er mit der Produktion los, immer einen Tag im Voraus. „Es ist gut, wenn das Eis eine Ruhezeit hat“, erklärt er. 30 Sorten sind es meistens, unter denen die Gäste wählen können. Luis Leitao bereitet auch das Tiramisu zu, das neben dem Apfelstrudel und den Windbeuteln in der Vitrine steht. In den minus 15 Grad kalten Behältern in der Auslage im Café finden Kunden auch das beliebte Kepler-Eis, das vor Jahren bei einer Eis-Weltmeisterschaft ausgezeichnet wurde und mit weißer Schokolade, Haselnusssoße und Stücken von Neapolitaner-Schnitten hergestellt wird. Wenn die Tage wärmer werden, kommt auch das als weltmeisterlich ausgezeichnete Sommertraum-Eis mit Kokosnuss und Zitronennote wieder ins Angebot. Dass das Eis, wenn nicht in der Waffel, in kompostierbaren Bechern angeboten wird, versteht sich von selbst.

In Weil der Stadt seit vielen Jahren heimisch

Die junge Italienerin und der Klimaanlagentechniker aus Portugal lernten sich vor 30 Jahren – wie könnte es anders sein – in einem Eiscafé in Sindelfingen kennen. Dort half ihr späterer Ehemann gelegentlich einem Freund. Inzwischen hat das Ehepaar reichhaltige Erfahrung im Herstellen und Verkaufen von Speiseeis. In Weil der Stadt sind sie seit vielen Jahren längst heimisch geworden. „Das ist mein Zuhause“, sagt Antonella Leitao. Zuletzt haben sie zehn Jahre an der Stuttgarter Straße gegenüber der Kirche St. Peter und Paul ein Café betrieben, bei dem an schönen Tagen oft Hochbetrieb herrschte. „Aber die Eisdiele ist uns jetzt zu groß gewesen, wir hatten dort insgesamt 16 Beschäftigte. Wir wollten uns verkleinern“, so Antonella Leitao, auch, weil ihr Ehemann in Rente gehen wolle. Und die vierte Generation steht nicht in den Startlöchern: Die Tochter möchte wohl lieber studieren.

In den etwa 85 Quadratmeter großen Räumen am Viehmarkt, in denen früher ein Friseurgeschäft war, will die Wirtin nun mit einer Servicekraft zurechtkommen. Bedient wird nur noch im Lokal, doch es wird viele Tische auf dem großen Platz vor dem Gebäude geben. Dort können die Kundinnen und Kunden Platz nehmen, die sich per Selbstbedienung Eis, Kaffee oder Kuchen aus dem Café holen. Vom neuen Standort versprechen sich die Leitaos viel, schließlich ist das Kinocenter nebenan, der Kinderarzt, zahlreiche Parkplätze und das Schulzentrum ist auch nicht weit.

Das Café Da Luana ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Kugel Eis kostet 1,50 Euro, wie schon im vergangenen Jahr.