Die Insolvenz des Busunternehmens Rexer beschäftigt jetzt auch die Gewerkschaft. Foto:  

Die Gewerkschaft fordert, Esslingen solle die Buslinien in Eigenregie komplett übernehmen. Doch wie geht es nun weiter?

Esslingen - Die Nachricht hat die Stadt Esslingen unvorbereitet getroffen. Anfang der Woche hat das Calwer Busunternehmen Rexer, das seit gut einem Jahr ein Drittel des Esslinger Busliniennetzes bedient, Insolvenz angemeldet. Noch fahren die Busse, und die Gehälter seien zunächst auch gesichert, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter.

Nun hat sich die Gewerkschaft Verdi Baden-Württemberg zu Wort gemeldet und die Stadt aufgefordert, als Konsequenz aus den aktuellen Entwicklungen den Nahverkehr zu 100 Prozent in kommunaler Hand über den Städtischen Verkehrsbetrieb Esslingen zu betreiben.

Nich der Billigste ist der Best

Der Verdi-Landesfachbereichsleiter Andreas Schackert erklärt: „Die Vergabe an die Firma Rexer beweist einmal mehr: Der billigste Anbieter ist nicht der beste – nie für die Beschäftigten, aber eben auch nicht für die Bürgerinnen und Bürger, die auf einen guten und verlässlichen öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.“

Bis heute sei zudem nicht klar, ob Rexer Mitbewerber bei der Vergabe nur deshalb unterbieten konnte, weil nicht alle verbindlichen Tarifverträge für das private Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg für die Fahrerinnen und Fahrer angewendet wurden. Dies sei aber aufgrund des Tariftreuegesetzes zwingend erforderlich. Betroffen von der Insolvenz sind bei Rexer mehr als 300 Beschäftigte. Andreas Schackert: „Durch die Insolvenz ist die Chance für einen Neuanfang da. Esslingen kann die Fahrerinnen und Fahrer bei der SVE übernehmen und mit ihnen einen umweltfreundlichen und guten öffentlichen Nahverkehr auf allen städtischen Linien anbieten.“ Verdi stehe zur Begleitung dieses Umwandlungsprozesses jederzeit zur Verfügung.

Drei große Aufträge in Baden-Württemberg

Wie es mit der Firma Rexer weitergeht, ist momentan noch vollkommen offen. Erfahrungsgemäß dauert es mehrere Wochen, ehe feststehen wird, ob Rexer weiterhin in der Lage sein wird, seine Verpflichtungen in Nagold, Heilbronn und Esslingen zu erfüllen.

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