Der Schalker Weston McKennie sitzt nach dem Spiel am Boden. Foto: dpa/Arne Dedert

Kurzzeitig herrschten am Main Abstiegssorgen, doch nun hat Frankfurt nochmal eine Mini-Chance auf eine Rückkehr nach Europa. Die Spieler wollen mit zwei weiteren Siegen alles dafür tun. Schalkes monatelange Misere hält weiter an.

Frankfurt/Main - Nach dem am Ende hart umkämpften 2:1 (1:0) gegen den seit nunmehr 14 Spielen sieglosen FC Schalke 04 klatschte Adi Hütter seine müden Schützlinge erleichtert ab, dann nahm sich der Trainer von Eintracht Frankfurt noch kurz Zeit für einen Plausch mit seinem Kollegen David Wagner. Mit dem lange überzeugenden Auftritt wahrten die Hessen ihre Mini-Chance auf das Erreichen der Europa League und verlängerten damit die Negativrekordserie der Knappen. André Silva in der 28. Minute und David Abraham (50.) trafen für die Hausherren. Das Tor von Weston McKennie (59.) war zu wenig für die biederen Gäste, die das Spiel nach einer Gelb-Roten Karte für Can Bozdogan (77.) in Unterzahl beendeten.

„Wir sind absolut erleichtert nach dem Sieg, der zwischenzeitlich sehr souverän ausgesehen hat“, sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic bei DAZN. „In diesen Zeiten nehmen wir gerne den Sieg mit, Pflicht erfüllt, endlich mal zuhause gewonnen“, fügte der frühere Torjäger an.

Bange Blicke in Richtung Abstiegszone

Frankfurt mischt mit nunmehr 41 Punkten noch einmal im Rennen um einen internationalen Startplatz mit, für Schalke (39 Zähler) dürfte Europa nach monatelanger Misere wohl endgültig Geschichte sein. „Wie die Jungs sich gewehrt haben, verdient Respekt. Deshalb ist es schade, dass wir das Spiel nicht mehr drehen konnten. So nehmen wir das Resultat leider mit“, sagte Coach Wagner. Mit einem Sieg hätte Schalke tatsächlich noch einmal zu den internationalen Rängen aufschließen können.

„Wir haben die Chance. Wenn wir das vor 5-6 Spielen gesagt hätten, dann wäre das überragend gewesen. Jetzt haben wir die Chance und wollen sie packen“, sagte Frankfurts Abwehrspieler Martin  Hinteregger über die turbulente Saison der Hessen. Musste das Team von Coach Hütter vor ein paar Wochen noch bange Blicke in Richtung Abstiegszone werfen, darf nun noch einmal auf eine internationale  Rückkehr gehofft werden. „Unser Ziel muss es sein, die beiden Spiele zu gewinnen und zu hoffen, dass die anderen patzen“, merkte  Sebastian Rode nach seinem 100. Bundesliga-Spiel für Frankfurt an.

Gegen krisengeplagte Schalker übernahmen die Hessen sofort die Initiative und verlagerten das Spielgeschehen in die Gäste-Hälfte. Nach einer Viertelstunde hätte die Eintracht zweimal in Führung gehen können, doch Danny da Costa und kurz darauf Daichi Kamada ließen beim Abschluss die nötige Präzision vermissen. Der Japaner, der im weiteren Spielverlauf seine fünfte Gelbe Karte sah und damit am Samstag in Köln fehlt, scheiterte zudem in der 22. Minute mit einem Schuss von der Strafraumgrenze an Schalke-Torwart Alexander Nübel.

Schalke mal in der Vorwärtsbewegung

Nach einer knappen halben Stunde wurde das unermüdliche Anrennen der Eintracht belohnt - ausgerechnet, als Schalke mal in der Vorwärtsbewegung war. Filip Kostic schickte Kamada auf dem linken Flügel, der bediente Silva und der vom AC Mailand ausgeliehene Portugiese vollendete eiskalt zu seinem elften Saisontor. Zu diesem Zeitpunkt wies die Statistik 75 Prozent Ballbesitz für die Frankfurter aus.

Kurz nach der Pause erhöhte Abraham per Kopf nach einem Kostic-Freistoß. Doch plötzlich war es mit der Eintracht-Dominanz vorbei. Schalke traute sich nun öfter nach vorne und kam durch einen Kopfball von McKennie zum Anschluss. Zu mehr reichte es nicht, weil Torschütze Abraham bei einem Schuss von Michael Gregoritsch (75.) auf der Linie klärte. „Wir haben einfach die erste Halbzeit verschenkt und waren gar nicht im Spiel und nicht griffig genug. Es ist sehr schade, aber ich glaube nicht unverdient für Frankfurt“, sagte Schalkes Bastian Oczipka.

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