Bundesfreiwilligendienst 800 Euro für Vermittlung freiwilliger Helfer

Von Jürgen Bock 

Bufdi Christopher Cline ist für den Aktivspielplatz Seelberg unverzichtbar. Bei der Suche nach einem Nachfolger ist der Trägerverein an einen kommerziellen Vermittler geraten – und will nun nicht zahlen.  Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Bufdi Christopher Cline ist für den Aktivspielplatz Seelberg unverzichtbar. Bei der Suche nach einem Nachfolger ist der Trägerverein an einen kommerziellen Vermittler geraten – und will nun nicht zahlen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Freiwillige Helfer, sogenannte Bufdis, werden offiziell kostenlos vermittelt. Es sei denn, die Anbieter von Stellen geraten an einen kommerziellen Vermittler. Ein Stuttgarter Verein will nicht zahlen – und wehrt sich jetzt juristisch.

Stuttgart - Ein Cannstatter Aktivspielplatz geht juristisch gegen ein Internetportal vor. Auf der Seite können Arbeitgeber Stellenangebote für sogenannte Bufdis einstellen. Der Cannstatter Trägerverein soll fast 800 Euro für einen Zwei-Jahres-Vertrag bezahlen. Das will er nicht. Begründung: Es sei nicht klar ersichtlich gewesen, dass es sich bei der Seite um ein kostenpflichtiges Angebot handelt.

Seit der Zivildienst vor einigen Jahren abgeschafft worden ist, sind viele Vereine und Arbeitgeber aus dem sozialen oder kulturellen Bereich auf Bufdis angewiesen. Die Freiwilligen arbeiten für ein geringes monatliches Taschengeld mit. Die Vermittlung übernimmt das offizielle Portal des Bundesfreiwilligendienstes kostenlos. Doch weil Bufdis gefragt sind, werden sie auch interessant für kommerzielle Vermittler.

Immer mehr Arbeitgeber klagen über Bezahlangebote, die sie zunächst für offiziell und damit kostenlos gehalten haben. Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hat vor wenigen Tagen auf seiner Internetseite einen Hinweis veröffentlicht. Darin geht es um den kommerziellen Vermittler www.bufdi.eu. „Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass das Bundesamt für dieses Angebot nicht verantwortlich ist“, heißt es da. Es handle sich um ein privates Angebot eines Dritten, der für Einsatzstellen eine kostenpflichtige Dienstleistung erbringe.

Derzeit ist der Hinweis auf die Kosten bei Bufdi.eu ganz unten auf der Startseite zu finden. „Diesen Kosten muss explizit zugestimmt werden“, sagt eine Sprecherin des Berliner Unternehmens. Und: „Warum wir den Anschein erwecken sollen, ein offizielles Portal zu sein, ist uns leider nicht klar.“ Man trete immer mit dem eigenen Namen und eigenen Design auf. Verwechslungsgefahr besteht deshalb nach Ansicht des Unternehmens nicht.

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