Bürgermeisterwahl in Schlierbach Sascha Krötz beerbt Paul Schmid

Von Andreas Pflüger 

Faire Gratulation: Achim Rapp (links) beglückwünscht Sascha Krötz zu seinem Sieg bei der Bürgermeisterwahl. Foto: Horst Rudel
Faire Gratulation: Achim Rapp (links) beglückwünscht Sascha Krötz zu seinem Sieg bei der Bürgermeisterwahl. Foto: Horst Rudel

Nach dem eindeutigen Erfolg des 28-Jährigen bei der Bürgermeisterwahl in Schlierbach, muss sich die Teckgemeinde Dettingen bis zum Herbst einen neuen Hauptamtsleiter suchen.

Schlierbach - Die Anspannung steht dem jungen Mann förmlich ins Gesicht geschrieben. Es ist Bürgermeisterwahl-Sonntag in Schlierbach, kurz nach 18 Uhr. Sascha Krötz tippelt in der gleißenden Sonne vor dem Rathaus von einem Fuß auf den anderen und weiß nicht so recht wohin mit sich. „So eine Nervosität habe ich noch nie verspürt“, sagt er und wendet sich schnell wieder seiner Familie und seiner Freundin Elena Kopp zu, die allesamt nicht minder aufgeregt sind.

Noch ist nicht klar, wohin der Weg des 28-Jährigen in den nächsten Jahren führen wird. Im Vorfeld des Urnengangs war über ein enges Rennen zwischen Sascha Krötz und Achim Rapp spekuliert worden. Doch bereits nachdem der erste Wahlbezirk ausgezählt ist, gibt es nur noch geringe Zweifel: Der Hauptamtsleiter aus der Teckgemeinde Dettingen im Kreis Esslingen wird das Rennen wohl machen. Um 18.40 Uhr, während draußen ein heftiges Gewitter mit Platzregen niedergeht und den Blick verstellt, ist drinnen alles klar: Mit 62 Prozent der abgegebenen Stimmen setzt sich der parteilose Krötz deutlich durch.

Wahlbeteiligung liegt bei beachtlichen 63,2 Prozent

Der 34 Jahre alte Achim Rapp, ebenfalls parteilos und ebenfalls Hauptamtsleiter, allerdings in Neckartailfingen im Kreis Esslingen, bringt es auf 36,3 Prozent. Weit abgeschlagen landet mit nur 1,6 Prozent der 39-jährige Schlierbacher CNC-Programmierer Kay Spitzer und noch weiter dahinter die Sindelfinger Dauerbewerberin Fridi Miller, die mit lediglich zwei Stimmen auf 0,1 Prozent kommt. Die Wahlbeteiligung liegt bei beachtlichen 63,2 Prozent.

Dass die Schlierbacher Bevölkerung das kommunalpolitische Geschehen ernsthaft begleiten möchte, hatte sich in den letzten Wochen bei etlichen Wahlkampfterminen der Bewerber immer wieder gezeigt. So geriet etwa die große Dorfwiesenhalle bei der offiziellen Kandidatenvorstellung fast aus ihren Fugen. „Das große Interesse hier im Ort hat mich vom ersten Moment an begeistert“, sagte Sascha Krötz, nachdem klar war, dass er den in den Ruhestand scheidenden Rathauschef Paul Schmid nach vier Amtsperioden und 32 Jahren als Schultes beerben wird.

Krötz: Ich bin mir sicher, dass ich hier richtig bin.

Krötz machte deshalb auch deutlich, „dass ich in ganz, ganz große Fußstapfen trete“. Er sei sich aber auch sicher, dass er hier in Schlierbach richtig sei, ergänzte er. Der mittlerweile dauergrinsende Wahlsieger bedankte sich im Anschluss aber nicht nur bei seinen Getreuen und all jenen, die ihn gewählt hatten, sondern vor allem bei seinem schärfsten Konkurrenten. „Wir haben uns einen spannenden, aber jederzeit fairen Wahlkampf geliefert“, sagte er in Richtung Achim Rapp. Dieser machte aus seiner Enttäuschung zwar keinen Hehl, nickte aber zustimmend und erhielt von den rund 100 Besuchern ebenfalls lang anhaltenden Beifall.

Bis zum Ende der Sommerferien hat Sascha Krötz nun Zeit, sich auf seine neue Aufgabe vorzubereiten. Am 10. September wird er sein Amt antreten, um, wie er in den vergangenen Wochen versprochen hat, Schlierbach fit zu machen für die Zukunft.

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