Die gefährliche enge Rettungsgasse in Stuttgart - hier sehen Sie Fotos ... Foto: Friebe

Kritischer Kehraus nach dem großen Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Stuttgart: Zelte und Menschenmassen ließen in der Theodor-Heuss-Straße zu wenig Platz für die Feuerwehr.

Stuttgart - Nach dem großen Spektakel des Bürgerfests zur deutschen Einheit gibt es überall zufriedene Gesichter: Stuttgart hat den Ansturm von 500 000 Besuchern in der City gut überstanden und sich bestens präsentiert. Allerdings wird sich bei der Manöverkritik die Frage stellen, ob das Sicherheitskonzept für die Theodor-Heuss-Straße noch einmal so genehmigungsfähig ist. Ein Brandeinsatz in der Menschenmenge hätte katastrophal enden können.

Hinter vorgehaltener Hand wird in Reihen der Rettungskräfte Kritik geübt. Angesichts der Menschenmassen und der Engstellen durch die großen Zelte erwiesen sich die Rettungswege in der Theodor-Heuss-Straße als viel zu schmal – darum gab es für die Löschfahrzeuge der Feuerwehr auch fast kein Durchkommen, als kurz vor 12 Uhr in einer Sauna eines Fitnesscenters ein Brand ausbrach. Die Fahrzeuge mussten zentimetergenau zwischen den Zelten der Länder Thüringen und Bayern rechts und dem befestigten Mittelstreifen links manövrieren. Polizeibeamte waren nötig, um der Feuerwehr im Schneckentempo den Weg zu bahnen. „Da kann sich jeder ausmalen, was bei einem größeren Brand passiert wäre“, heißt es bei der Feuerwehr. Am Ende musste nur eine Frau mit einer Brandverletzung an der Hand gerettet werden.

Mancher Zug verkehrte nur auf Teilstrecken, zwei Bahnen fielen ganz aus

Auch bei der Bahn lief nicht alles reibungslos – angesichts der Menschenmassen auch kein Wunder. Besonders aus dem Remstal hatten sich am Feiertag viele spontan nach Stuttgart aufgemacht, so ein Bahnsprecher, was zu Verspätungen im Regionalzugverkehr geführt habe. „Das betrifft dann auch die S-Bahn“, so der Sprecher. Besonders betroffen: die Linie S 2 von Schorndorf aus. Mancher Zug verkehrte nur auf Teilstrecken, zwei Bahnen fielen ganz aus. Auch eine S 3 aus Backnang musste gestrichen werden.

Ganz ohne Stellwerkstörung ging es im S-Bahn-Netz auch am Feiertag nicht. Ein elektronischer Defekt in Waiblingen brachte am Vormittag die Linien S 1, S 2 und S 3 aus dem Takt, führte zu Teilausfällen. Am Abend sorgten an der Haltestelle Neckarpark Menschen auf den Gleisen dafür, dass der Bahnverkehr um Bad Cannstatt teils umgeleitet werden musste.

Die Premiere des Bosch-Parkhauses am Flughafen als P+R-Parkplatz wird als zufriedenstellend bewertet. Laut Flughafensprecherin parkten 500 Fahrzeuge über der Autobahn, um mit der S-Bahn in die Stadt zu fahren. „Kein schlechter Anfang“, so das Urteil der Parkhausbetreiber. Allerdings haben in den Parkhäusern P 20 und P 21 gut 4000 Fahrzeuge Platz. Ob sich das Modell auch für andere Veranstaltungen eignet, ist noch offen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: