Am Steg zwischen Brühl und Mettingen wird der Korrosionsschutz erneuert. Foto: R. Bulgrin

Radfahrer und Fußgänger müssen sich in den kommenden Monaten auf eine weitere Einschränkung einstellen: Der Neckarsteg zwischen den Esslinger Stadtteilen Brühl und Mettingen wird saniert und ist deshalb vier Monate lang voll gesperrt.

Die Rad- und Fußgängerbrücke zwischen den Esslinger Stadtteilen Brühl und Mettingen ist kaum 20 Jahre alt, hat aber laut Experten ordentlich Rost angesetzt. Um sie fit für die nächsten Jahrzehnte zu machen, soll nun der Korrosionsschutz erneuert werden. Während der vier Monate dauernden Bauarbeiten wird die Neckarquerung komplett gesperrt.

 

Starten sollen die Arbeiten am kommenden Montag, 15. April. Rund 950 000 Euro investiert die Stadt Esslingen in die Instandsetzung des Neckarstegs, der nicht nur die Esslinger Stadtteile Brühl und Mettingen verbindet, sondern Brühl auch an die S-Bahn-Station in Mettingen anschließt und zudem eine Verbindung zwischen dem betrieblichen Bildungszentrum von Mercedes-Benz am Südufer und dem Mercedes-Benz-Werk Mettingen auf der Nordseite herstellt.

Umleitung über die Mettinger Brücke

Pro Tag nutzen nach Angaben der Stadtverwaltung im Durchschnitt etwa 375 Fußgänger und Fußgängerinnen sowie 160 Radfahrerinnen und Radfahrer den Steg. In den kommenden Monaten werden sie über die rund 400 Meter entfernte Mettinger Brücke umgeleitet, auf der beim jüngst fertiggestellten Neubau ein gemeinsamer Geh- und Radweg eingerichtet wurde. Das stelle zwar eine Beeinträchtigung des Fuß- und Radverkehrs dar, aber da es für die Arbeiten am Korrosionsschutz trocken sein müsse, könnten diese nur im Sommer stattfinden, so der städtische Pressesprecher Marcel Meier.

Im Übrigen könne der Steg dank der Sanierung voraussichtlich weitere 25 bis 30 Jahre genutzt werden und stelle damit einen wichtigen Bestandteil der Esslinger Radinfrastruktur dar. Diese solle fortlaufend gestärkt werden, um immer mehr Menschen den Umstieg vom Auto auf umweltfreundliche Verkehrsmittel zu erleichtern. Das ist laut Petra Schulz, der Esslinger Kreisvorsitzenden des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) auch dringend notwendig. Denn viele Rad- und Fußverbindungen in Esslingen seien in einem schlechten Zustand, so etwa auch der Neckartalradweg in Richtung Stuttgart.

Hinzu komme, dass durch Bauarbeiten wie jetzt am Neckarsteg oder seit einiger Zeit am Neckaruferpark die Attraktivität des Rad- und Fußverkehrs noch mehr leide. Als Umleitung für Nutzerinnen und Nutzer des Neckarstegs sei die Mettinger Brücke zwar wohl die einzig realistische Option. Allerdings fehle eine sichere Radführung auf dem Brückenabschnitt über die B 10. Der VCD habe bereits vorgeschlagen, eine Autospur in einen Zweirichtungsradweg umzuwandeln, bislang aber ohne Erfolg. Dabei wäre diese Lösung laut Schulz auch langfristig sinnvoll, um den neuen Fuß- und Radweg auf der Mettinger Brücke attraktiv zu machen.

Gesperrter Neckaruferweg ist Radlern ein Dorn im Auge

Auch für den Neckaruferweg, der wegen der Bauarbeiten für den Neckaruferpark auf längere Sicht gesperrt bleiben wird, sei eine Alternativroute dringend erforderlich, meint Schulz. Die Stadtverwaltung verweist hier auf die bestehende Umleitung des Radverkehrs über die Neckar-, Fleischmann- und Mettinger Straße bis zur Unterführung in Mettingen. Doch aus Sicht von Schulz wäre ein geschützter Radstreifen auf der Mettinger Straße dringend notwendig. Die sehr schmalen Schutzstreifen, die es aktuell dort gebe, seien aus Sicherheitsgründen für die meisten Menschen und vor allem für Kinder keine Option. Zusätzlich sollte laut Schulz auch der Wirtschaftsweg an der Mettinger Straße ertüchtigt werden. Denn dort seien schon jetzt sehr viele Menschen zu Fuß und mit dem Rad unterwegs.

Außerdem habe der VCD angefragt, ob man wenigstens am Wochenende den Neckaruferweg zwischen den Unterführungen in Mettingen und der Rossneckarunterführung öffnen könnte. Doch das sei abgelehnt worden. Der Abschnitt diene zwar nur als Bauversorgungsstraße, aber die müsse man dann vor jedem Wochenende reinigen, habe die Stadt erklärt. Das sei nicht leistbar.