Australien leidet unter den großflächigsten Bränden seiner Geschichte. Foto: dpa/Glen Morey

Ein australischer Fotograf erstellt mithilfe einer Software eine 3D-Visualisierung einer vermeintlichen Luftaufnahme von Australien. Das Bild wird tausendfach geteilt – und als echtes Foto gedeutet.

Stuttgart - Zahlreiche Buschfeuer wüten seit einigen Monaten in verschiedenen Teilen Australiens. Dabei haben die Brände ein historisches Ausmaß an Zerstörung angenommen: Mehr als eine Milliarde Tiere sollen bereits verendet sein. 26 Menschen wurden seit Oktober Opfer der Flammen. In den vergangenen Tagen verbreiteten Nutzer in den sozialen Medien nun vielfach eine Grafik, welche die Brände auf dem Kontinent mittels einer vermeintlichen Luftaufnahme zeigt.

Bei dem Bild handelt es sich jedoch nicht um ein Foto, sondern um eine Visualisierung des australischen Fotografen Anthony Hearsey, der die 3D-Montage am 5. Januar auf seinem Instagram-Account veröffentlichte. Den Beitrag kommentierte er mit: „Eine kleine 3D-Visualisierung der Brände in Australien.“ Zudem heißt es da: „Der Maßstab ist ein bisschen übertrieben“, und: „Beachtet auch, dass nicht all diese Gebiete immer noch brennen“.

Instagram hat den Beitrag als „Fake“ gesperrt

Hearseys Montage wurde tausendmal auf Instagram, Twitter und Facebook geteilt – ohne aber den wichtigen Zusatz, dass es sich hierbei um eine Visualisierung und kein Foto handelt. Viele Nutzer deuteten die Montage als Satellitenfoto. Mittlerweile ist der Beitrag von Instagram als „Fake“ gesperrt worden.

Hearsey veröffentlichte einen Tag später eine Stellungnahme. Hearsey nutzte nach eigenen Angaben eine neue Rendering-Software und griff auf Daten der NASA zurück, welche Feuer lokalisieren. Sein Arbeitgeber ION Studio, eine visuelle Kreativagentur, wies jedoch den Vorwurf, Falschnachrichten verbreitet zu haben, zurück. „Manchmal erstellen wir Bilder, die euch davon überzeugen, das Unglaubliche wäre durch unser Tun glaubhaft. Wir hatten aber nie die Absicht, reale Ereignisse falsch zu interpretieren“, erklärte ION Studio in einem Instagram-Post.

Die australischen Behörden betreiben mit „MyFireWatch“ bereits eine Webseite. Mit deren Hilfe können sich Bürger und Bürgerinnen über die Ausbreitung, Orte und Dauer der Brände informieren.

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