Bosch-Mannager Henning von Boxberg legt selbst Hand an am Akku-Rasenmäher. Im Vordergrund ein Rasenbotoer von Bosch. Foto: dpa

Der Großteil der Deutschen verbringt seine Freizeit am liebsten im Garten, und etliche greifen nur allzu gern zu Heckenschere, Rasentrimmer, Mäher & Co. Bosch profitiert dabei vor allem mit seinen Akku-Geräten.

Leinfelden - Bosch will bei Gartenwerkzeugen vor allem mit Innovationen punkten. Viel verspricht sich der Technologiekonzern von einer neu entwickelten Rasenmäher-App, die den besten Zeitpunkt für den nächsten Rasenschnitt ermittelt. Die Software wird künftig mit Wetterdienstdaten gespeist. Smartes Mähen 2.0 heißt dann das Zauberwort, denn zusätzlich zur manuellen Steuerung bzw. den festgelegten Mähzeiten startet dann der selbstfahrende Rasenmäher automatisch – beispielsweise wenn der Boden ausreichend trocken oder die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass starke Sonneneinstrahlung den kurz geschnittenen ­Rasen verbrennen würde.

Bereits seit Anfang des Jahres setzt Bosch auf autonome Rasenmäher, die via App aus der Ferne gesteuert werden, bisher aber noch ohne Wetterdaten aus dem Internet. „Die Grundlage unseres Erfolges bleibt die Innovationskraft“, sagte Henning von Boxberg, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Bosch Power Tools, der Elektrowerkzeug-sparte des Konzerns, zu der auch die Gartengeräte gehören und die ihren Sitz in Leinfelden-Echterdingen hat. Mit Gartenwerkzeugen – von der Heckenschere bis zum Rasenmäher – hat Bosch im vergangenen Jahr 277 Millionen Euro Umsatz gemacht, währungsbereinigt war das ein Plus von neun Prozent. Damit ist Bosch stärker gewachsen als die Branche, in der sich Wettbewerber wie beispielsweise Gardena (Ulm) oder Wolf Garten (Saarbrücken) tummeln.

Bosch profitiert vom Trend zu handlichen Akku-Geräten

Profitiert hat der Technologiekonzern, der den Großteil seines Umsatzes nach wie vor mit Produkten für die Automobilindustrie macht, vor allem vom Trend zu handlichen, leichten Akku-Geräten mit hoher Leistung. Mittlerweile macht Bosch bei Gartenwerkzeugen ein Drittel des Umsatzes mit kabellosen Produkten. Neben Akkus gewinnen künftig auch vernetzte Lösungen immer mehr an Bedeutung.

Mehr als 90 Prozent des Umsatzes mit Gartengräten entfallen auf den Kernmarkt Europa, wo Bosch einen Marktanteil von rund 35 Prozent hat. Auf der Liste der bestverkaufen Elektro-Gartengeräte in europäischen Baumärkten belegt Bosch acht der ersten zehn Plätze. Fast die Hälfte des Umsatzes mit Gartenwerkzeugen entfällt auf Produkte, die jünger als zwei Jahre sind.

Künftig hat Bosch verstärkt gewerbliche Garten- und Landschaftspfleger im Visier. Professionelle Anwender arbeiten bislang vor allem mit benzinbetriebenen Geräten. Bei ihnen spielen Robustheit, Wetterbeständigkeit, hohe Leistung und lange Laufzeit, aber auch Gesundheitsaspekte im täglichen Einsatz eine wichtige Rolle. Bosch will bei Profis mit leistungsstarken Akku-Geräten punkten. Dadurch werde der Lärm mindestens halbiert, und die Vibration sinke deutlich, sagte von Boxberg. Neben Rasenmähern und Freischneidern bietet Bosch künftig Heckenscheren und ein Blasgerät an. Eine mobile Steckdose – laut Bosch „eine Weltneuheit“ – bietet Profis netzunabhängige Energie. Sie speichert bis zu 1650 Wattstunden Energie und liefert eine konstante Leistung von 1500 Watt.

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