Streitlustig: Tübingen OB Boris Palmer Foto: dpa

Der Tübinger OB holt sich bei der Deutschen Presse-Agentur mit einer gefakten „Eilmeldung“ einen Rüffel. Er hatte behauptet, dass Angela Merkel und Horst Seehofer zurücktreten würden.

Tübingen - Da ist er aber mal wieder in einen Fettnapf getreten! Boris Palmer, Tübinger Oberbürgermeister und engagierter Nutzer von sozialen Netzwerken, hat am Sonntag mit einer als Satire gemeinten „Eilmeldung“ auf seiner persönlichen Facebook-Seite die Gemüter erregt. Und zwar bis hinauf zu dpa-Chefredakteur Sven Gösmann.

Palmer verbreitete nämlich um die Mittagszeit die vermeintliche Nachricht, die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und ihr CSU-Kollege Horst Seehofer wollten „mit sofortiger Wirkung“ von ihren Ämtern als Parteichefs zurücktreten. „Beobachter werten dies als Eingeständnis des Scheiterns in der Flüchtlingsfrage“, hieß es weiter. Das Ganze war unterzeichnet mit dem Kürzel dpa/BP.

Da dpa eindeutig für Deutsche Presse-Agentur steht und daran auch das Kürzel BP – für Boris Palmer – nichts ändert, war in kurzer Zeit der Chef der Nachrichtenagentur alarmiert. Schließlich wollte er seine Organisation nicht mit einer – noch so ironisch gemeinten – Falschmeldung in Verbindung gebracht wissen. Palmer entfernte daraufhin die Agentur-Kennung und wies noch einmal darauf hin, dass es sich um Satire handele.

„Verkrampfter Satire-Versuch“

Doch Gösmann legte nach und stellte offiziell klar, dass dpa mit Palmers Post nichts zu tun habe. Und dass sich in einer freien Gesellschaft jeder blamieren können, wie er möchte. Und dass dies ein „verkrampfter Satire-Versuch“ eines Kommunalpolitikers sei. Und dass sich ein Amtsträger verantwortungsvoller verhalten möge.

Das wiederum stachelte den streitlustigen Grünen-Politiker an. Der eigentliche Witz sei doch, „dass man mit einer solchen Meldung eine dpa-Meldung bekommt“, schrieb er auf Facebook. Es sieht also nicht danach aus, als ob Palmer daraus irgendwelche Lehren ziehen würde.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: