Der Bronzeguss Kreuzigungsgruppe Christus am Kreuz, genannt „Schwedenkreuz“ auf der Bodenseeinsel Mainau. Foto: mauritius images

Immer wieder kommen Menschen in oder am Bodensee ums Leben. Nicht alle Personen tauchen aber wieder auf. Die Schweizer Polizei geht davon aus, dass rund 100 Tote am Grund des Bodensees liegen.

Konstanz - Es ist eine gruselige Vorstellung: Im Bodensee sollen sich noch rund 100 Leichen befinden. Davon geht die Polizei aus, wie das Online-Nachrichtenportal 20min.ch berichtet. Seit 1947 führen die Bodensee-Anrainerstaaten Deutschland, die Schweiz und Österreich eine gemeinsame Liste mit vermissten Personen, die im oder am Bodensee verschwunden sind und nicht wieder auftauchten. „Derzeit sind wohl 99 Personen auf dieser Liste“, erzählt Marcel Kuhn, Leiter der Seepolizei Thurgau gegenüber 20 Minuten.

Wasserbedingungen verhindern Auftrieb

Kuhn erklärt, dass dies mit den Bedingungen im Bodensee zu tun hat. So sei der See stellenweise bis zu 250 Meter tief und bereits ab einer Tiefe von 60 Metern nur noch vier Grad warm. Dadurch würden kaum noch Gase entstehen, die eine Leiche nach oben treiben könnten. Der Wasserdruck in der Tiefe würde außerdem dafür sorgen, dass die Körper unten bleiben. „Bis 20 Meter Seetiefe stehen die Chancen gut, dass ein Körper an die Oberfläche treibt“, wird Kuhn zitiert.

Jedes Jahr ereignen sich tödliche Badeunfälle im Bodensee. Fällt der Sommer besonders warm aus, steigen die Zahlen, da sich mehr Menschen zum Baden in den See begeben. Wie viele Menschen bislang 2019 im Bodensee tödlich verunglückt sind, konnte die Polizei auf Nachfrage nicht beantworten. Erst am Mittwoch verstarb allerdings ein 78-Jähriger nachdem er in der Nähe von Friedrichshafen badete. Ein Schwimmer entdeckte den leblosen Körper des Seniors und brachte ihn an Land. Trotz zwischenzeitlicher Reanimation verstarb er später im Krankenhaus.

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