Der blutige Streit unter Jugendgruppen vor zwei Wochen im Europaviertel hat nun zu zwei Haftbefehlen geführt. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat/7aktuell.de | Simon Adomat

Zwei Wochen nach der blutigen Auseinandersetzung unter Jugendgruppen im Europaviertel hinterm Stuttgarter Hauptbahnhof hat die Stuttgarter Kripo zwei 17 und 18 Jahre alte Verdächtige ermittelt.

Die blutige Auseinandersetzung unter zwei Jugendgruppen am 17. November auf dem Mailänder Platz ist offenbar geklärt: Die Ermittlungsgruppe „Milano“ hat zwei Tatverdächtige im Alter von 17 und 18 Jahren ausfindig gemacht, die zwei gegnerische Jugendliche mit Hieb- und Stichwaffen angegriffen und schwer verletzt haben sollen. Ein Richter erließ am Freitag Haftbefehl. „Der Vorwurf lautet auf Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts und gefährlicher Körperverletzung“, sagt Staatsanwaltssprecher Aniello Ambrosio.

 

Der blutige Streit im Europaviertel hinterm Hauptbahnhof hatte einen Großeinsatz der Polizei und große Betroffenheit ausgelöst. Die bewaffnete Jugendgewalt war in die Innenstadt zurückgekehrt – und wieder an den einstigen Brennpunkt Mailänder Platz. An jenem Freitagabend vor zwei Wochen gingen zwei Jugendgruppen aufeinander los, mit Fäusten, mit Messer, mit Schlagstock. Drei Verletzte im Alter von 17 Jahren wurden noch im Bereich des Tatorts festgestellt, ein 18-Jähriger wurde in Degerloch in einer Stadtbahn mit blutigen Gesichtsverletzungen angetroffen. Bei der Polizeifahndung konnten zunächst zwölf Beteiligte ermittelt werden – laut Polizei stammten sie alle junge Menschen aus Flüchtlingskreisen.

Neue Generation, alte Probleme

Um den Haupttätern auf die Spur zu kommen, gründete die für Tötungsdelikte zuständige Kripoinspektion eine Ermittlungsgruppe namens „Milano“. Der Kreis der Beteiligten erweiterte sich – und schließlich gingen zwei Verdächtige ins Netz. Am Donnerstag wurden der 17-Jährige irakischer Herkunft an seiner Schule im Kreis Ludwigsburg und der 18-Jährige syrischer Abstammung in der elterlichen Wohnung in Stuttgart festgenommen. Ob sie bereits vorbestraft oder zumindest polizeibekannt gewesen sind, darüber machte Staatsanwalt Ambrosio keine Angaben.

Der Vorfall hatte auch wieder ein Schlaglicht auf die Bedeutung der Arbeit der Mobilen Jugendarbeit geworfen, die sich seit 2018 mit Streetworkern um den „hochattraktiven Ort für junge Menschen“ kümmert und bis dahin wieder für Ruhe gesorgt hatte. Nun habe man einen „einen Wechsel zu einer neuen Generation“, so Streetworker Simon Fregin gegenüber unserer Zeitung. Und damit wieder alte Probleme.