Automat „Ema“ ist die neue „Mitarbeiterin“ von Sina Bertsch. Foto: Jürgen Bach

Lebensmittelspender von regionalen Bauernhöfen sind inzwischen weithin bekannt. Bei Blumenstiel in Wimsheim gibt es jetzt auch einen Blumenautomaten.

Verkaufsautomaten mit Produkten vom Bauernhof direkt um die Ecke erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Für die Kunden sind sie ein einfacher und bequemer Weg, an regional erzeugte Produkte zu kommen, für die Landwirte ein wichtiges Standbein, um ihre Produkte auch außerhalb des eigenen Hofladens verkaufen zu können. In Heimsheim beispielsweise wurde erst vor einem halben Jahr ein solcher Automat eröffnet und wird gut angenommen.

 

Normalerweise kennt man diese Angebote vor allem, wenn es um Lebensmittel geht. Aber mit Blumen? Ja, das gibt es, neuerdings auch in Wimsheim beim Blumenladen „Blumenstiel“ von Sina Bertsch. Dort kann man fortan auch außerhalb der Öffnungszeiten Gestecke aus dem Laden kaufen. „Ich kannte diese Automaten bisher auch nur mit Eiern, Nudeln oder Kartoffeln vom Bauern“, gibt sie zu. Auf der Pflanzenmesse in Essen wurden die Blumenautomaten vorgestellt. Daraufhin habe sie eine Weile hin und her überlegt. Doch als dann ein Großhändler in Bietigheim die Automaten zur Vermietung anbot, war die Entscheidung schnell gefallen.

Der Automat verkauft auch außerhalb der Öffnungszeiten

Der Automat soll letztlich weit mehr sein als eine zusätzliche Einnahmequelle, „für mich ist ,Ema‘, das steht bei uns jetzt für ,elektronischer Mitarbeiter‘, eine wichtige Säule gegen den Fachkräftemangel“, sagt Sina Bertsch. Im Moment arbeitet sie zusammen mit vier Aushilfen und hat eine Auszubildende. „Für mich ist es wichtig, zu wissen, wenn wir mal zwei bis drei Tage Urlaub machen und der Laden zu ist, dass ,Ema‘ und damit der Umsatz trotzdem da ist.“

Gleiches gilt für die Weihnachtsfeiertage oder den Mittwochnachmittag, an dem immer geschlossen ist. „Am Muttertag zum Beispiel haben wir trotz Sonntag natürlich geöffnet. Aber die Öffnungszeiten sind begrenzt, und am Ende kommt trotzdem immer noch mal jemand, wenn die Ladentüre gerade zugeht.“ „Ema“ kommt da wie gerufen.

Die Fächer werden regelmäßig neu befüllt

Hinzukommt, dass an besucherintensiven Tagen wie Muttertag oder Valentinstag die Wartezeit in kleinen Läden mit wenigen Mitarbeitern schon mal etwas länger sein kann, wenn die Kunden individuelle Wünsche haben. „Wenn jemand nicht so lange warten möchte oder kann, kann er sich ohne Wartezeit einen der Sträuße aus dem Automaten nehmen.“

Und so funktioniert das Ganze: „Ema“ verfügt über mehrere Fächer. Sina Bertsch und ihr Team bereiten die nötigen Sträuße und Gestecke außerhalb der Öffnungszeiten oder in der besucherärmeren Zeit vor und befüllen den Automaten damit. Darin finden sich zum Beispiel klassische Sträuße zum Verschenken, Grabgestecke, Adventsgestecke oder Geschenksets, denen noch andere Produkte beiliegen. Der Kunde sucht sich seinen Strauß aus, bezahlt, und schon öffnet sich die gewünschte Klappe, aus der man seinen Strauß entnehmen kann. Und das nicht nur tagsüber, sondern auch nachts und am Wochenende. „Die Fächer werden regelmäßig neu befüllt, die Blumen stehen in Vasen mit Wasser, damit sie frisch bleiben.“ Wichtig ist Sina Bertsch vor allem, dass die Kunden bei dem Automaten wissen, dass die Sträuße und Gestecke „nicht aus der Tankstelle kommen, sondern die gleiche Qualität haben wie bei uns im Laden“.

Heimsheimer Automat wird gut angenommen

Der Automat ist erst ganz frisch aufgestellt worden. „Wir haben online im Vorfeld schon sehr positive Rückmeldungen von Kunden bekommen“, sagt Sina Bertsch. Ob und wie das Angebot im Alltag letztlich angenommen wird, wird sich aber erst noch zeigen.

Der neue Lebensmittelautomat in der Heimsheimer Bachstraße, der „Regiopoint“, wird von drei Lebensmittelproduzenten aus der Region bestückt: von der Mosterei Beigel aus Wurmberg, „Fräulein Schmid“ aus Sachsenheim mit handgemachtem Eis sowie von der Landmetzgerei Mezger aus Renningen. Er ist das Ergebnis einer privaten Initiative, geleitet von Elke Hammer. Der Automat ist noch nicht bei allen bekannt, „aber für die Anfänge wird er gut angenommen“, sagt Elke Hammer. Familie Beigel, die schon Erfahrung mit solchen Automaten habe, bestätige den Eindruck. „Selbst zu dieser Jahreszeit holen sich einige Leute immer noch Eiscreme.“

Geplant ist, das Angebot künftig noch zu erweitern beziehungsweise zu ergänzen. Denn im Winter werde Eis natürlich nicht mehr so stark nachgefragt. Dafür sollen dann andere Waren in die Automaten wandern. „Sahne wurde zum Beispiel öfter nachgefragt“, auch Bio-Mehl sei in Überlegung. Das exakte Angebot steht aber noch nicht fest.