Elektroautos machen fast keine Geräusche. Für einige Menschen birgt das eine große Gefahr. Foto: picture alliance/dpa/Monika Skolimowska

Elektrofahrzeuge sind akustisch oft nicht wahrzunehmen. Vor allem für Blinde und Sehbehinderte birgt dies ein großes Risiko. Deshalb fordert der zuständige Verband Maßnahmen, um die Unfallgefahr zu verringern.

Stuttgart - Anlässlich der „Woche des Sehens“ fordert der Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg akustische Signale an allen Elektrofahrzeugen. Der Verband wies am Freitag in Stuttgart darauf hin, dass öffentliche Einrichtungen Hybrid- und Elektrofahrzeuge nur dann anschaffen sollten, wenn diese mit einem Warngeräusch ausgestattet sind. Lautlose Elektrofahrzeuge seien für alle Personen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, eine Unfallgefahr, die größer sei als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

Ein akustisches Warnsystem für Elektrofahrzeuge (Acoustic Vehicle Alerting System - AVAS) ist gesetzlich erst ab Juli 2021 vorgeschrieben. Jedes Fahrzeug, das bis dahin ohne AVAS auf die Straßen komme oder bereits dort unterwegs ist, werde jedoch dauerhaft lautlos fahren und so zu einem gefährlichen Mischverkehr aus hörbaren und lautlosen Autos beitragen, so der Verband. Deshalb müssten diese Fahrzeuge, etwa auch Busse und Dienstfahrzeuge, nachgerüstet werden.

„Nach vorne schauen“ ist das Thema der diesjährigen „Woche des Sehens“, die vom 8. bis 15. Oktober stattfindet. Die Veranstalter machen bundesweit auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern aufmerksam.

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