Für die Gartenschau entsteht in Endersbach das Freizeitgelände am Remszufluss samt Kaminhaus und neuer Holzbrücke. Foto: Gottfried Stoppel

An der Rems nimmt gerade das Gartenschauareal Birkel-Spitze Gestalt an. Direkt daneben erschließt Weinstadt auf dem Birkel-Areal für viereinhalb Millionen Euro ein neues Gewerbegebiet. Die ersten Firmen könnten im Herbst einziehen.

Städtebau - Meist ist derzeit das Endersbacher Birkel-Areal in Bezug auf die Remstal-Gartenschau und wegen der an der Spitze der Landzunge zwischen Rems und Haldenbach entstehenden Freizeitfläche im Gespräch. So wird dort als verbindendes architektonisches Element mit den anderen Gartenschau-Kommunen momentan die weiße Station von Weinstadt gebaut – die neue Holzbrücker steht auch schon. Das Kaminhaus, das ähnlich einer Pergola errichtet wird, soll mit einer stilisierten Fachwerkkonstruktion aus weiß lackiertem Stahl die traditionelle Bauweise vergangener Jahrhunderte nachempfinden. Zudem ist die Birkel-Spitze der Standort für eine architektonische Innovation: Mit 34 Metern ist dort jüngst als Anbindung des Wohngebiets Trappeler an Endersbach und für den Remstal-Radweg die längste der drei Stuttgarter Holzbrücken über die Rems gesetzt worden.

Bisher gibt es nur unverbindliches Interesse von Firmen

Doch die Stadt hat über die Gartenschau-Projekte hinaus noch weitere Pläne mit dem ehemaligen Gelände der Nudelfabrik Birkel. Auf der Brachfläche soll auch ein neues Gewerbegebiet entstehen. Kürzlich fasste der Gemeinderat dafür den Satzungsbeschluss. Erste potenzielle Interessenten gibt es schon, wie Karlheinz Heinisch, der Wirtschaftsförderer und Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes, auf Nachfrage berichtet: „Es gibt einige Firmen aus Weinstadt, die einen Erweiterungsbedarf haben und mit denen über das Areal gesprochen wurde.“ Die Stadt werde jedoch erst formell auf den Markt gehen, wenn die Erschließung des Areals fertig gestellt sei. „Daher ist eine Angabe über die Interessenten eher nicht belastbar.“ Bekannt ist indes, dass die Beutelsbacher Fruchtsaftkelterei, die sich nach dem Weggang der Nudelfabrik Ende der neunziger Jahre bereits ansiedelte, ihren Standort um einen größeren Fabrikverkauf auf 350 Quadratmetern erweitern möchte. Als weiteres Unternehmen ist eine Abbruchfirma noch auf dem Gelände ansässig. Auf den übrigen Flächen der früheren Nudelfabrik gab es in der Vergangenheit verschiedenste Nutzungen, etwa als Hochzeitslocation oder Reifenlager, bevor die Stadt bei Zwangsversteigerungen 2011 und 2013 die Gebäude erworben und inzwischen abgerissen hat.

Während der Gartenschau dienen freie Flächen als Parkplatz

Momentan laufen die Erschließungsarbeiten für das neue Gewerbegebiet „An der Rems“. Dabei wird die Birkelstraße so verlegt, dass sie direkt an die Werkstraße anschließt. In wenigen Wochen könnten die Arbeiten daran abgeschlossen werden, kündigt Heinisch an. Die Haldenbach-Verdolung und der Durchstich zum Gewerbegebiet Kalkofen auf der anderen Seite der B 29 als zweite Anbindung seien bereits fertig gestellt. „Während der Gartenschau werden die freien Flächen als Parkierung für die Gäste verwendet, parallel dazu gehen wir in die Vermarktung“, sagt Heinisch über den weiteren Zeitplan. Von Herbst an sollen die insgesamt ein Hektar großen Flächen an ihre neuen Eigentümer übergehen, die dann mit dem Bau für ihre Firmen beginnen können. „Das Druck- und Medienzentrum Weinstadt hat das ehemalige ‚Birkel-Technikum’ erworben, baut dieses um und zieht im Sommer ein. Die Bäckerei Weller bleibt im anderen Teil des Gebäudes“, berichtet der Amtsleiter weiter.

Rund 4,5 Millionen Euro hat die Stadt in das Gewerbegebiet für den Abriss der Bauten, die Entfernung von Altlasten und die neue Erschließung investiert. Dazu gab es Zuschüsse von 60 Prozent. Die Ausgaben für den Grunderwerb von rund 3,6 Millionen Euro hofft man mit dem Grundstücksverkauf wieder reinzuholen. Ansiedeln sollen sich Firmen aus dem Dienstleistungssektor oder aus dem produzierenden Gewerbe, sagt Heinisch. Die Stadt sei offen für jede „wertige“ Nutzung. Zudem seien eine hohen Arbeitsplatzdichte und eine hohe Grundstücksauslastung wünschenswert – idealerweise über mehrere Etagen.

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