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Mineralölkonzerne nutzen Einführung von E 10, um Absatz von Super Plus anzukurbeln.

München/Hamburg - Der neue Biosprit E10 soll Autofahren umweltschonender machen. Jetzt gerät er immer mehr in die Kritik. Vor allem für Besitzer von Modellen, die den Kraftstoff nicht vertragen, wird es teurer.

In diesem Monat beginnt die flächendeckende Einführung des neuen Ökosprits E10 an Deutschlands Tankstellen. Was als Schritt hin zu einer klimafreundlichen Mobilität geplant war, könnte für die Autofahrer teuer werden. Besonders die rund vier Millionen Fahrzeughalter, deren Autos den neuen Ökosprit E 10 bauartbedingt nicht vertragen, müssen nach Informationen unserer Zeitung in Zukunft tiefer in die Tasche greifen. Der Grund: Laut ADAC planen die Mineralölkonzerne an ihren Tankstellen den bisherigen Standardkraftstoff Superbenzin auslaufen zu lassen und durch das deutlich teurere Super Plus zu ersetzen. Halter von E10-unverträglichen Autos wären dann gezwungen, auf den Premiumkraftstoff umzusteigen. Er kostet aktuell aber rund sechs Cent mehr als herkömmliches Super.

Vom Mineralölkonzern Shell, der in Deutschland knapp 2200 Tankstellen betreibt, hieß es, in der Branche bestünden entsprechende Umstellungs-Pläne.

"Es kann nicht sein, dass die Autofahrer zu teurerem Sprit greifen müssen, nur weil sie Autos fahren, die den neuen Ökokraftstoff E10 nicht tanken können", sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. Die Mineralölkonzerne scherten sich nicht um den Bestandschutz. Diese im Bundesimmissionsschutzgesetz verankerte Klausel verpflichtet die Tankstellen neben dem neuen E10-Kraftstoff, dessen zehnprozentige Ethanolbeimischung bei vielen Fahrzeugen für Probleme sorgt, auch Ottokraftstoff mit nur fünf Prozent Ethanolanteil anzubieten. Dieser entspricht dem derzeitigen Standardsuper und ist für alle Ottomotoren verträglich. Sinn der Bestandsschutzregel sei es, eine kostengünstige Alternative zu E10 anzubieten, sagte Hölzel. "Die derzeitigen Pläne treten die gesetzlichen Regelungen mit Füßen", sagte Hölzel.

Im Herbst hatte sich die Politik auf die Einführung des neuen E10-Sprits geeinigt. Ziel ist es, durch höhere Beimischung von Bioethanol den Ausstoß des Klimagifts Kolendioxid (CO2) zu reduzieren.

Welche Autos E 10 vertragen, steht in dieser Liste.

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