Auf der linken Seite des Bezirksrathauses, wo sich einst die Polizeiwache befand, soll der Aufzug eingebaut werden. Foto: Mathias Kuhn

Das Hedelfinger Bezirksrathaus ist eine der letzten Verwaltungsstellen der Stadt, die nicht barrierefrei zugänglich ist. Ein Aufzug soll eingebaut werden – nach langer Debatte steht nun endlich fest wo.

Hedelfingen - Es habe sich gelohnt, hartnäckig zu bleiben, betonten Hedelfingens Bezirksbeiräte unisono. Die jetzt gefundene Lösung für den Einbau eines Aufzugs im denkmalgeschützten Bezirksrathaus fand in der jüngsten Sitzung des Gremiums einhellige Zustimmung. Damit steht dem barrierefreien Umbau des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes nichts mehr im Weg. Wann allerdings mit den Arbeiten begonnen wird, ist noch offen.

Seit langem wird über den Einbau eines Aufzuges diskutiert – das Bezirksrathaus in Hedelfingen ist eine der letzten Verwaltungsstellen der Stadt Stuttgart, die nicht entsprechend ausgestattet ist. Der scheinbar einfachsten Idee, den Lift wie im Obertürkheimer Bezirksrathaus im Treppenhaus zu installieren, hatte die Denkmalschutzbehörde jedoch recht schnell eine Abfuhr erteilt. Im Herbst vergangenen Jahres dann präsentierte das Hochbauamt Pläne, den Aufzug auf der Gebäuderückseite einzubauen. Das hätte jedoch beträchtliche Eingriffe in die Raumstruktur bedeutet. „Organisationsintern wäre das eine Katastrophe geworden“, sagte Bezirksvorsteher Kai Freier. Unter anderem wäre davon das Trauzimmer betroffen gewesen.

Hausmeisterwohnung wird umgebaut

Umso erfreuter präsentierte er nun einen neuen Vorschlag des Hochbauamtes, „auf den man eigentlich längst hätte kommen können“: Auf der linken Gebäudeseite, mit Zugang von der Amstetter Straße, hätte es Platz für einen ebenerdigen Aufzug. Von dort aus würde er durch die ohnehin leer stehenden Räumlichkeiten der einstigen Polizeiwache nach oben führen – im ersten Obergeschoss käme man dort heraus, wo sich heute ein Kopierraum und eine Putzkammer befinden. Im zweiten Obergeschoss freilich würde die Hausmeisterwohnung tangiert, räumte Freier ein. „Die Stadt hat zugesichert, den Umbau verträglich für die Mieterin zu gestalten.“ Diese Variante des Aufzugseinbaus würde allerdings eine größere Summe verschlingen als die bislang bewilligten 557 000 Euro. Laut Freier ist mit 70 000 bis 75 000 Euro mehr zu rechnen.

„Die Lösung kommt unseren Vorstellungen näher. Es war gut, dass wir noch eine Schleife gedreht haben“, sagte CDU-Beirat Hans Eisele. Auch Eberhard Schweizer lobte den Vorschlag und mahnte eine schnelle Umsetzung an. Wegen der mit dem Bau verbundenen Einschränkungen für Mitarbeiter und Besucher müsse es aber einen straffen Zeitplan geben, forderte Wolfgang Gohl (Freie Wähler). Fest steht: Es wird laut und schmutzig. Das Arbeiten unter solchen Umständen sei den Mitarbeitern aber nicht zuzumuten, betonten die Bezirksbeiräte. Deshalb sollte darüber nachgedacht werden, den Verwaltungsbetrieb vorübergehend ins Hedelfinger Bürgerhaus zu verlagern. „Vielleicht nicht das volle Programm, aber zumindest zentrale Bereiche“, begrüßte Freier den Vorschlag des Gremiums, den die Stadt nun prüfen müsse. Auf sechs bis acht Wochen schätzt er die Bauzeit. Freier hofft, dass die Arbeiten schon in den Sommerferien 2019 durchgeführt werden. Schließlich wolle die Stadt in diesem Zusammenhang auch gleich die alten Fenster des Bezirksrathauses austauschen. Kostenpunkt dafür: 300 000 bis 400 000 Euro. Ein Teil davon – 85 000 Euro – ist bereits im Bauunterhaltungsbudget der Stadt reserviert.

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