Ein Mann für den SV Bonlanden? Der Angreifer Ali Cetin. Foto: Archiv Baumann

Die Nachbetrachtung zum 16. Spieltag mit Blick auf die Filderteams aus Bonlanden, Rohr und Möhringen.

Filder - Ein Erfolgserlebnis zum Schluss, und dann gut gelaunt in die Winterpause – das war der Plan gewesen. Aufgegangen ist er allerdings nur für eines der vier Filderteams in der Stuttgarter Fußball-Bezirksliga. Während der Aufsteiger TSV Rohr seine starke erste Saisonphase mit einem 6:1-Schützenfest abrundete, beendeten die Spvgg Möhringen und der TSV Plattenhardt (siehe Bericht rechts) das Sportjahr 2016 mit Niederlagen und büßte der SV Bonlanden kampflos seine Tabellenführung ein. Das Spitzenspiel der Filderstädter gegen den SC Stammheim fiel den Platzverhältnissen zum Opfer. Nachgeholt wird die Begegnung wohl am 19. Februar oder an Ostern.

Klären soll sich dies in den nächsten Tagen – ebenso wie die Frage, inwieweit es beim Titelanwärter von der Humboldtstraße Veränderungen im Kader geben wird. Fix ist bislang nur, dass Felix Böse den Verein von März an für ein halbes Jahr verlässt. Der Offensivmann legt ein Auslandssemester in Florida ein. „Wir müssen schauen, wie wir dieses Loch füllen“, sagt der Trainer Klaus Kämmerer. Vielleicht ergebe sich ja etwas. An der Gerüchteküche werden vor allem zwei Namen im Zusammenhang mit den Bonlandenern gehandelt: Ali Cetin und Timo Seiler, beide ehemalige Oberliga-Kicker. Cetin (30, Angriff, früher Freiberg und Normannia Gmünd) will offenbar beim Staffelrivalen Türkspor Stuttgart aussteigen. Und auch Seiler (32, Allrounder), wie zu hören ist, wäre einem Wechsel nicht abgeneigt. Der einstige Echterdinger, der aktuell beim A-Kreisligisten TSG Esslingen engagiert ist, gilt als Leadertyp – ein Spieler mit Dynamik und großer köperlicher Präsenz.

Zwei Abgänge in Rohr

Derweil stehen beim TSV Rohr zwei Zu- und zwei Abgänge fest. Neu dabei sein werden nach der Jahreswende der Rückkehrer Stefan Glutsch (26, Abwehr, nach Semester in Barcelona) und Christoph Pauley (26, Mittelfeld, SV Rohrbach). Letztgenannten zieht es studienbedingt aus Sinsheim nach Stuttgart. Dagegen haben sich die Ersatzkeeper Simon Hochschein (TSV Musberg) und Timo Huber (Ziel unbekannt) abgemeldet. Beide wollen sich nicht länger mit der Reservistenrolle hinter dem als Nummer eins gesetzten Kai Hansen begnügen.

Jener stand wie erwartet auch am Samstag zwischen den Pfosten – und verbrachte beim erwähnten 6:1 einen ruhigen Nachmittag. Die Rohrer waren ihrem nun sage und schreibe elfmal in Serie unterlegenen Gast aus Cannstatt turmhoch überlegen. Vor allem das nach Gelb-Rot-Sperren diesmal wieder einsatzberechtigte Torjägerduo tobte sich aus. Ramin Sina traf dreimal; Ömür Karatas netzte einmal ein und bereitete zwei Tore vor. Verschmerzbar für sie, dass der Streich des Tages dann allerdings einem anderen gelang, nämlich Egzon Sufaj. Er drosch einen Freistoß aus 30 Metern in die Dreiangel.

Enttäuschung in Möhringen

In der Tabelle überwintert der Aufsteiger als Sechster. „Ein Top-Ergebnis“, wie der Co-Trainer Panagiotis Andreadis findet – dies ganz im Gegensatz zur Spvgg Möhringen. Jene steht für das Kontrastprogramm. Innerhalb von sieben Tagen verlor die Mannschaft von der Hechinger Straße auch das zweite Schlüsselduell im Abstiegskampf. Dem 1:3 in Sillenbuch ist ein 0:1 gegen den SSV Zuffenhausen gefolgt. Vom definitiv rettenden zwölften Rang trennen die erneut stark ersatzgeschwächten Möhringer hiernach bereits sieben Zähler. „Einen schlechteren Jahresabschluss hätte man sich nicht vorstellen können“, sagt der Interimstrainer Martin Homm.

Bitter dabei, dass der Stürmer Bastian Malchow zwei Riesenchancen vergab. Noch ärgerlicher aber, was Homm insgesamt beobachten musste: Der Gegner, konstatiert er, habe „mehr Willen auf den Platz gebracht – insofern hatten wir einen Sieg auch nicht verdient“. Das entscheidende Gegentor fiel nach einer Freistoßflanke, die Umut Yürük per Kopf verwertete.

Wie es weitergeht? Gute Frage. Fest steht, dass in Manuel Klopfer ein vormaliger Leistungsträger zurückkehrt (nach halbjährigem Südkorea-Aufenthalt). Die Suche nach einem neuen Trainer hält indes an. Wie auch immer er heißen wird: auf ihn wartet nach der Winterpause eine knifflige Aufgabe. Einstweilen heißt es in Möhringen: schöne Bescherung – und das nicht im weihnachtlich-festlichen Sinn.

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