Die Ausgangslage ist klar: ein eigener Heimsieg, und die Fußballer des TSV Plattenhardt sind definitiv gerettet. Foto: Archiv Yavuz Dural

Für den TSV Plattenhardt lautet die Frage am letzten Spieltag: Rettung oder Relegation? Derweil ist man beim SV Vaihingen bemüht, nach einer peinlichen Panne Schadensbegrenzung zu betreiben. Bei der Spielerverabschiedung am vergangenen Wochenende sind Dinge schief gelaufen.

Filder - An diesem Sonntag fallen in der Stuttgarter Fußball-Bezirksliga die letzten Entscheidungen der Punkterunde. Wer holt den Meistertitel? Wer wird der dritte Direktabsteiger? Wer geht in die Relegation? Das sind die Fragen. Aus Filder-Sicht ist beim TSV Plattenhardt die Spannung groß. Er bestreitet vor eigener Kulisse gegen den TV Zuffenhausen ein Endspiel um den direkten Klassenverbleib. TSV Plattenhardt – TV Zuffenhausen (15 Uhr). Nach dem Triumph ihres Frauenteams im Bezirkspokalendspiel könnten an diesem Sonntag schon die nächsten Sektkorken im Plattenhardter Weilerhau knallen. Die Männer haben es selbst in der Hand, eine Albtraum-Saison nun mit einem Happy End zu versehen. Ein Heimsieg gegen den Tabellenelften aus Zuffenhausen bedeutete ohne Wenn und Aber den Klassenverbleib. Egal wäre in diesem Fall, was die beiden verbliebenen Gegner im Abstiegskampf, die Sportvg Feuerbach und die SG Untertürkheim, gleichzeitig in ihrem direkten Duell machen. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage sähe es freilich anders aus. Dann müsste gehörig gezittert werden. Dann drohte der Rutsch auf den Relegationsplatz und damit eine Verlängerung des aktuellen Spieljahrs um zwei Wochen. Das Relegationsendspiel des Bezirksliga-Vierzehnten gegen den Qualifikanten aus der Kreisliga A findet erst am 21. Juni statt.

Jedoch: der Plattenhardter Abteilungsleiter Christoph Scholz will sich damit erst gar nicht beschäftigen. „Wir gewinnen und machen endgültig einen Haken hinter dieses Thema“, lautet seine unzweideutige Ansage. Mut gemacht hätten die „erfreulichen vorangegangenen Auftritte“, in welchen unter dem neuen Spieltrainerduo Bernd Giersdorf/Paulo Bayrak der Sprung aus dem Keller gelungen ist. Was sonstige Personalien betrifft, will sich Scholz erst nach dem Schlusspfiff des aktuellen Spiels äußern. SV Bonlanden II – SSV Zuffenhausen (15 Uhr). Vor dem Anpfiff des letzten Saisonspiels der Bonlandener Landesliga-Reserve zieht deren Trainer Robert Stadtmüller schon einmal Bilanz. „Sportlich betrachtet liegt eine sehr erfolgreiche Halbsaison hinter uns, in der alle super mitgezogen haben“, sagt der Coach, der im Januar eingestiegen ist sich mit den Seinen nun schon vorzeitig die inoffizielle „Bezirksliga-Fildermeisterschaft“ gesichert hat. In der neuen Runde werden acht A-Junioren vereinsintern zu den Aktiven aufrücken – zwei der Youngsters, Lucas Häberle und Ricardo Pinto Lino, wie berichtet zur „Ersten“, der Rest in Stadtmüllers Kader.

Zum jetzigen Abschluss soll es laut Coach vorrangig darum gehen, dass „wir noch einmal miteinander möglichst viel Spaß haben“. Mit einem Sieg gegen den Tabellenzehnten Zuffenhausen und bei einem gleichzeitigen Patzer des FC Stuttgart-Cannstatt könnten sich die Bonlan­dener sogar noch den fünften Platz sichern. SKV Palästina Al Q’uds Stuttgart –Spvgg Möhringen (15.30 Uhr). Die Personalplanungen für die nächste Saison sind beim Tabellenachten aus Möhringern wie berichtet abgeschlossen. Nun soll noch ein erfolgreicher sportlicher Abschluss gegen den längst als Absteiger feststehenden Tabellenletzten her. „Dann wären wir rundum zufrieden“, sagt Steffen Müller, der beim Club an der Hechinger Straße in Personalunion als Mannschaftskapitän, Torjäger, stellvertretender Vereinschef und kommissarischer Abteilungsleiter im Einsatz ist. Müllers persönlicher Anreiz beim Saisonfinale: er würde sich gern die Torjägerkanone der Filder-Zeitung sichern. „Vielleicht mache ich ja noch zwei, drei Tore – dann könnte es reichen“, sagt der ­30-Jährige. Momentan liegt er mit 30 Treffern auf Rang zwei hinter dem Münsteraner Marco Schulz (31).

Fehlen werden im Aufgebot des Trainers Jörg Elser die rotgesperrten Steven Jordan und Tim Stadtmüller sowie aus privaten Gründen Olivier Mendi und Jakob Müller. Letzterer hat damit bereits am vergangenen Wochenende sein Abschiedsspiel im Möhringer Trikot absolviert.

Spielort für die aktuelle Partie ist im Übrigen nicht die sonstige gegnerische Heimstätte in Bad Cannstatt. Aufgrund des in Stuttgart stattfindenden Deutschen Kirchentags wurde die Begegnung nach Scharnhausen verlegt. SV SillenbuchSV Vaihingen (15 Uhr). Nein, rund ist es zuletzt nicht gelaufen. Nachdem der Ex-Aufstiegsmitbewerber SV Vaihingen zuletzt sechs Niederlagen in Serie kassiert hat und auf den neunten Tabellenplatz durchgereicht wurde, kommt nun jedoch noch eine Panne hinzu. Am Rande des letzten Saisonheimspiels vor Wochenfrist gegen Münster (1:2) wurden wie berichtet insgesamt zehn Spieler sowie der Trainer Klaus Kämmerer mit Blumen offiziell verabschiedet. Das Problem: das war offenbar etwas voreilig. Inzwischen gilt „Kommando zurück“. Der Abteilungsleiter Thomas Illig, der wie sein Stellvertreter Thomas Asmus im Urlaub weilte, muss feststellen, dass versehentlich „auch alle derzeit bei uns als Wackelkandidaten geführten Akteure“ bedacht worden sind. Der künftige Coach Marco Stilp erfuhr in seinem Urlaubsdomizil in Kroatien online aus der Zeitung, wer angeblich alles endgültig geht – und ist laut Illig „vor Schreck fast aus seiner Sonnenliege gekippt“.

Nun gilt es, nach der peinlichen Nummer Schadensbegrenzung zu betreiben. In den Fällen Kai Hauner (TSV Eltingen?), Wolfgang Simon und David Freyer hält Illig noch überhaupt nichts für spruchreif. Anders verhält es sich bei Giampiero Lapeschi, der bei seiner „Verabschiedung“ erstaunt von seinem angeblich bevorstehenden Karriereende erfahren hat. Der Routinier bleibe definitiv. „Giampi wird uns auch in der nächsten Saison nach Kräften zur Verfügung stehen“, sagt Illig.

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