Der TSV Weilimdorf wird bei seinem Gastspiel beim SV Bonlanden II mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Kapitän Leo Christ verzichten müssen. Foto: Günter E. Bergmann

Die abstiegsgefährdete Sportvg Feuerbach empfängt den SSV Zuffenhausen. Der SC peilt dagegen Platz eins an.

Stuttgarter Norden - Dieser Spruch sorgt garantiert dafür, dass jeder jüngere Mensch mindestens die Augen verdreht: „Früher war alles besser.“ Allerdings trifft er im Fall des Derbys zwischen der Sportvg Feuerbach und dem FV Zuffenhausen, der inzwischen SSV Zuffenhausen heißt, durchaus zu. Mehrere hundert Zuschauer lockte das Duell an. Aber da standen die beiden Clubs auch noch nicht im Abstiegskampf der Bezirksliga. Bleibt abzuwarten, wie viele Zuschauer dem Vergleich am Sonntag noch beiwohnen werden. Auf etwas größere Resonanz könnte das Gipfelduell stoßen. Die erstplatzierte TSVgg Münster empfängt den Verfolger und Tabellenzweiten SC Stammheim, der seinerseits den ersten Rang erobern möchte und bei einem Sieg auch tun würde. Ganz andere Probleme plagen den TV 89 Zuffenhausen – was bereits darin gipfelte, dass ein Spieler seinen Hut nehmen musste.

Gipfeltreffen mit zusätzlicher Brisanz

Viel schöner konnte der Start ins Fußballjahr 2015 für den SC Stammheim und seinen Trainer Thomas Oesterwinter nicht sein: Während der zweitplatzierte SC einen Kantersieg, feierte, ließ der Spitzenreiter TSVgg Münster Federn. Und somit bekommt das Gipfeltreffen der beiden Mannschaften am Sonntag die zusätzliche Brisanz, dass die Nord-Stuttgarter im Fall eines Sieges den Titelrivalen von Rang eins verdrängen. „Schön wäre das natürlich schon“, sagt Oesterwinter, mahnt aber: „Aber die Saison ist noch lang.“ Die Stammheimer gehen zwar mit einem gerüttelten Maß an Zuversicht ins Spitzenspiel, aber eines bereitet den Club Sorge: Es könnte gut sein, dass einige Leistungsträger ausfallen. Torwart Milan Jurkovic ist nach wie vor verletzt, Tobias Oesterwinter, Michael Schunger und Daniele Garofalo wurden von der Grippewelle erwischt.

Mit der Mannschaft, die vom SC Stammheim am vergangenen Wochenende überrollt worden war, muss sich am Sonntag der FC Stuttgart-Cannstatt auseinandersetzen. Die Kicker des Trainer-Duos Gökhan Dogan/Recep Yildiz gastieren bei der TSVgg Plattenhardt. Dogan hatte den spielfreien Sonntag genutzt, um die Partie zwischen Stammheim und den Plattenhardtern zumindest eine Halbzeit lang zu verfolgen. Seine Erkenntnis: „Die sind nicht so schlecht, wie es das Ergebnis aussagt.“ Dazu kommt, dass Dogan auf zwei Routiniers verzichten muss: Halil Özel muss noch eine Sperre aus einem Testspiel absitzen, Adjmal Hakimzade weilt in seiner Heimat. „Schade – wir hätten beide gut gebrauchen können“, sagt der FC-Trainer. Zumal er am Sonntag eine Premiere feiert: Es ist Dogans erstes Pflichtspiel als frisch gebackener Inhaber der Trainer-B-Lizenz.

Derby wird reiner Überlebenskampf

Es gibt vieles, was die einstigen Erzrivalen Sportvg Feuerbach und SSV Zuffenhausen eint: Beide Clubs haben in Peter Secker und Ingo Ramljak sehr engagierte Trainer, beide haben etwas weniger engagierte Mannschaften, und beide haben das Problem, dass im schlimmsten Fall am Rundenende ein Absturz in die Niederungen der Kreisliga droht. Kein Wunder also, dass keiner der beiden Übungsleiter großartig in der Vergangenheit schwelgen will. „Eine andere Zeit, eine andere Welt“, sagt Sportvg-Coach Secker. „Das Derby zwischen uns und den Feuerbachern wird diesmal ein reiner Überlebenskampf werden“, vermutet sein Zuffenhäuser Amtskollege Ramljak. Der SSV-Trainer muss in der Partie und wohl auch in der Zukunft auf Amel Murati und Reijhan Murati verzichten. Ersterer laboriert an einer Schambeinentzündung, letzterer muss wegen eines Knorpelschadens die Kickstiefel an den Nagel hängen. Die Feuerbacher können dagegen in Bestbesetzung auflaufen.

Bestbesetzung? Da fehlt dem TSV Weilimdorf doch noch der eine oder andere dazu. Beispielsweise Savas Kara oder Kapitän Leo Christ, die voraussichtlich auch nicht in der Auswärtspartie beim SV Bonlanden II auflaufen können. Da passte es gut, dass drei Neuzugänge am vergangenen Spieltag einen mehr als ordentlichen Einstand feierten. Georg Kum traf, Aykut Can bereitete ein Tor vor, und Demis Jung brachte beim 3:0 gegen den SV Sillenbuch Ruhe und Struktur ins Weilimdorfer Spiel – was nach den völlig missratenen Begegnungen im Dezember dringend nötig war. Doch die Zuversicht von TSV-Spielleiter Bachmann hält sich noch in übersichtlichen Grenzen. „Wir müssen uns erst noch einspielen“, sagt er. „Bislang ist es ein kleines Pflänzchen. Wir werden sehen, wie es gedeiht.“

Revanche für Pleite im Auftaktspiel der Saison

Genau vier Mannschaften ist es in der laufenden Runde gelungen, den MTV Stuttgart zu schlagen: dem TSV Weilimdorf, dem FC Stuttgart-Cannstatt, der TSVgg Münster und dem SV Vaihingen. Wobei sich das Team von Trainer Francesco Mazzella di Bosco am Sonntag zumindest bei den Vaihingern für die Pleite im Auftaktspiel der Saison revanchieren kann. „Wir sind nicht mehr die Mannschaft, die wir im Sommer waren“, sagt Mazzella di Bosco. Stimmt – seit zehn Spielen wurde der MTV nicht mehr bezwungen. Allerdings sind auch die Vaihinger nicht mehr das Team aus der Vorrunde. Von den vergangenen sieben Begegnungen haben sie nur eine verloren.

Gemessen an der Qualität der Einzelspieler ist Croatia Stuttgart in der bisherigen Runde ein gutes Stück hinter den Erwartungen geblieben. Warum das so ist, begründet Croatia-Coach Igor Ilicic: „Bedauerlicherweise fehlen bei den Trainingseinheiten immer die gleichen. und wenn das auch noch Leistungsträger sind, dann kann man auch keine Abläufe oder Varianten einstudieren.“ Das wiederum hat zur Folge, dass das Polster des Teams auf die Abstiegszone gerade einmal vier Zähler beträgt. Umso wichtiger ist es für Ilicics Team, die Partie am Sonntag gegen die SG Untertürkheim zu gewinnen. Und dies auch, um sich für die 0:2-Hinspielniederlage zu rehabilitieren. „Da haben wir unser schlechtestes Spiel in der gesamten Vorrunde abgeliefert“, sagt Ilicic.

Erster Spieler darf sich neuen Klub suchen

Beim TV 89 Zuffenhausen, der am Sonntag das richtungsweisende Spiel beim ebenfalls abstiegsgefährdeten SV Sillenbuch zu bestreiten hat, wird mangelnder Trainingsfleiß anders geahndet. TVZ-Trainer Marco Scheel hatte nach der Winterpause angekündigt: „Wer nicht mitzieht, kann gehen.“ Nun darf sich der erste Kicker einen neuen Klub suchen: Fatih Güneysu, der erst nach der Halbserie vom FC Stuttgart-Cannstatt zu den Zuffenhäusern gewechselt war. „Er hat Trainingseinheiten einfach abgebrochen und öfter unentschuldigt gefehlt“, behauptet Scheel, der mit dem Rauswurf ein Exempel statuieren will. „Es gibt noch einige weitere Spieler, die sich in absehbarer Zeit Gedanken über ihre Einstellung machen sollten.“

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