Herber Verlust für den TSV Weilimdorf: Deniz Can (links) zog sich einen Achillessehnenriss zu und fällt monatelang aus. Foto: Günter Bergmann

Stammheim, der FC Stuttgart-Cannstatt, Weilimdorf und Münster kämpfen um Platz eins.

Stuttgarter Norden - Wie sagte doch einst der Ex-Bundestrainer Berti Vogts: „Die Spitze ist in der Breite dichter geworden.“ Was den aktuellen Stand in der Bezirksliga betrifft, ist das jedenfalls richtig. Drei Teams punktgleich auf den ersten drei Rängen, dahinter folgt Titelanwärter Nummer vier, der einen Zähler weniger auf dem Konto hat. Doch zumindest am Sonntag wird das Ringen um Rang eins noch ein Fernduell sein.

Derzeit führt der SC Stammheim das Klassement an. Und der Mannschaft von Trainer Thomas Oesterwinter ist sehr daran gelegen, dass das auch so bleibt. Voraussetzung ist ein Sieg beim SV Vaihingen. Der Ex-Landesligist hat sich nach durchwachsenem Start ins obere Tabellendrittel zurückgearbeitet. Und obwohl der SC in den vergangenen vier Begegnungen nur einen einzigen Sieg verbuchte, ist der Stammheimer Trainer zuversichtlich, an der Dürrlewangstraße bestehen zu können. Denn in Tobias Oesterwinter und Thomas Quast kann er wie­der auf zwei Akteure bauen, die als Lenker des Stammheimer Spiels zuletzt schmerzlich vermisst worden sind.

Apropos vermissen: Der TSV Weilimdorf, der ohnehin schon etliche Ausfälle zu verkraften hat, musste vor der Begegnung mit dem TV 89 Zuffenhausen einen weiteren Namen auf die Verletztenliste schreiben. Deniz Can zog sich einen Achillessehnenriss zu und wird einige Monate ausfallen. „Er wird uns an allen Ecken und Ende fehlen“, sagt TSV-Pressewart Michael Bachmann. Keine günstigen Vorzeichen also, um die Tabellenführung zurückzuerobern. „Wir werden uns irgendwie in die Winterpause retten müssen“, sagt Bachmann. Dem TV 89 dürfte das Verletzungspech der Weilimdorfer durchaus gelegen kommen. Zwar hat das Team von Trainer Marco Scheel die Abstiegszone verlassen, aber das Punktepolster zur Gefahrenzone ist dünn. Dass seine Mannschaft in der Lage ist, ehemaligen Landesligaclubs die Stirn zu bieten, hat sie am vergangenen Wochenende beim 2:3 gegen den SV Vaihingen schon ansatzweise gezeigt. „Wir müssen einfach nur so spielen wie gegen Vaihingen“, sagt Scheel. „Nur dass wir diesmal nicht nur 75, sondern 90 Minuten konzentriert sein müssen.“ Auf alle Fälle steht bei den Zuffenhäusern ein Wechsel auf der Torwartposition an. Nachdem sich Keeper Daniel Weyershäuser am vergangenen Wochenende eine rote Karte nebst Sperre eingehandelt hat, wird Angelos Grantsanlis wieder auf den Posten zwischen den Pfosten rücken.

Patzen sowohl der SC Stammheim als auch der TSV Weilimdorf, dann könnte der starke Aufsteiger FC Stuttgart-Cannstatt davon profitieren – außer, die beiden Nord-Stuttgarter Vereine bekommen ihrerseits Schützenhilfe vom Lokalrivalen SSV Zuffenhausen. Die Mannschaft von Trainer Ingo Ramljak ist seit vier Spielen ungeschlagen, hat davon allerdings nur eine Partie gewonnen und hängt damit weiter in der Abstiegszone fest. „Es wäre schön, wenn wir es endlich einmal über den Strich schaffen würden“, sagt Ramljak. „Aber Unentschieden bringen uns da nicht weiter.“ Um ein Remis zu vermeiden, helfen im Regelfall Tore. Doch so gut der SSV in der Abwehr arbeitet, so schwach ist das Team in der Offensive. Erst recht, seit in Mehmet Kuzu der torgefährlichste Angreifer des SSV gesperrt ist. Gerade einmal neun Tore hat Ramljaks Team in den zehn Saisonspielen erzielt – weshalb der Coach in Training nun verstärkt am Angriffsspiel arbeiten ließ.

In der vergangenen Saison hat der MTV Stuttgart eine Torquote von durchschnittlich 2,9 Treffern pro Spiel vorweisen können. Doch in der aktuellen Runde ist von der Offensivkraft der Elf vom Kräherwald bislang wenig zu sehen. Der aktuelle Schnitt: gerade einmal 1,4. Das machte sich auch in der Tabelle bemerkbar. Statt im Titelkampf mitzumischen krebste die Mannschaft von Trainer Francesco Mazzella di Bosco geraume Zeit im Tabellenkeller herum. Durch den Sieg über die Sportvg Feuerbach am vergangenen Sonntag hat der MTV immerhin den Relegationsplatz erreicht. „Ich hoffe, dass sich das in der Psyche meiner Spieler festsetzt“, sagt der MTV-Trainer. „Denn wir müssen unbedingt nachlegen.“ Zumal der nächste Gegner der SKV Palästina Al Q’uds ist – und der kann im Fall eines Sieges nach Punkten mit dem MTV gleichziehen. Doch Mazzella di Bosco kann inzwischen bis auf Ausnahme des nach wie vor verletzten Robin Friess personell aus dem Vollen schöpfen. Sehr zur Freude des Übungsleiters: „Das verschärft die Konkurrenz, und das ist gut so.“ Wie gut, zeigte sich vor Wochenfrist: Raphael Rommel kam in der 64. Minute in die Partie und erzielte zwei Tore.

In der Vergangenheit waren die Partien zwischen Croatia Stuttgart und dem SV Bonlanden II eigentlich stets von hohem Unterhaltungswert. Doch Croatia-Coach Igor Ilicic konzentriert sich lieber auf die Gegenwart. Denn trotz einiger Erfolge setzte es für die Kroaten immer wieder Rückschläge. „Wir müssen endlich eine kleine Serie starten“, sagt Ilicic. „Wer da der Gegner ist, ist mir eigentlich egal.“ Verzichten muss der Trainer auf Stanislav Vrcan, der aus persönlichen Gründen verhindert ist, und den verletzten Mirko Perkovic.

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