Ein 36-Jähriger aus Freiburg im Breisgau hat Zahnarztpraxen in ganz Deutschland betrogen. Er gab sich als Geschäftsführer tatsächlich existierender Firmen aus und bot vermeintliche Schnäppchen an – in mehr als 30 Fällen auch im Namen eines Unternehmens aus Besigheim.
Ein 36-Jähriger aus Freiburg im Breisgau soll Zahnarztpraxen im ganzen Bundesgebiet im großen Stil betrogen haben. Er gab sich als Inhaber, Geschäftsführer oder Verkaufsverantwortlicher von tatsächlich existierenden Unternehmen aus und bot Zubehör zu erschwinglichen Preisen an – das jedoch nie ausgeliefert wurde. Unter anderem agierte er in über 30 Fällen auch im Namen einer Firma aus Besigheim. Wie die Polizei mitteilt, soll der Freiburger so über 75 000 Euro „verdient“ haben, seit dem 9. November sitzt der 36-Jährige nun in Untersuchungshaft.
Kostspiele Geräte zu günstigen Preisen
Der 36-Jährige war wohl meist per E-Mail mit den Zahnarztpraxen in Kontakt getreten. In seinen Nachrichten soll er unter verschiedenen Vorwänden vorgetäuscht haben, teils sehr kostspielige Geräte zu günstigen Preisen verkaufen zu können. Die Bezahlung wurde stets per Vorkasse abgewickelt, die Bestellungen erreichten die Praxen jedoch nie. Nachdem diese daraufhin bei den tatsächlichen Firmen reklamierten, flog die Betrugsserie schließlich auf. Das betroffene Unternehmen aus Besigheim hatte Ende August Anzeige bei der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg erstattet.
Umfangreiche Ermittlungen, insbesondere die verwendeten E-Mail-Adressen und Accounts betreffend, führten die Ermittler des Bereichs Cybercrime schließlich auf die Spur des 36-Jährigen aus Freiburg im Breisgau, der in einem Business-Park in Emmendingen Büroräume angemietet hat. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn, die ein Sammelverfahren einleitete, beantragte schließlich Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohn- und Geschäftsräume sowie einen Haftbefehl wegen besonders schweren Fall des Betruges gegen den Tatverdächtigen.
Polizei stellt Computer und Smartphones sicher
Beides wurde am 8. November mit Unterstützung von Einsatzkräften des Polizeipräsidiums Freiburg vollstreckt. Die Polizei fand umfassende Beweismittel wie Computer und Smartphones aber auch schriftliche Aufzeichnungen, die nun ausgewertet werden müssen. Der 36-Jährige, der bereits einschlägig vorbestraft ist, wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingewiesen.